wissen.de
Total votes: 7
VIDEO

Yok Don - Leben mit Elefanten

Es wird Morgen in Yok Don. Der kleine Wat reitet mit seinem Vater den Fluss entlang durch den größten Nationalpark Vietnams - auf einem Elefanten. Die Dickhäuter sind seit Generationen das Fortbewegungsmittel hier. Doch um ihre Zukunft sieht es schlecht aus. In Vietnam gibt es heute nur noch etwas hundert frei lebende Elefanten. Vor allem durch Wilderei sind sie nun vom Aussterben bedroht. Doch nur Wats Volk, die "Idé" haben die Erlaubnis der Regierung Elefanten zu jagen - aber nicht um sie zu töten, sondern um mit ihnen zusammen zu leben. Von Generation zu Generation wird hier das Wissen weiter gegeben, wie man die Dickhäuter abrichtet. Mit ihnen können die Einheimischen schwere Arbeiten durchführen, die sonst nur mit Hilfe eines Traktors möglich wären, wie zum Beispiel die Beförderung von Baumstämmen. Wat hat schon in frühen Kindstagen das Reiten auf Elefanten gelernt und hilft seinem Vater Sieng bei der Arbeit. Dieser weiß um die große Hilfe, die der Dickhäuter für sie ist. Sieng  "Der Elefant ist für meine Familie das Wichtigste. Er ist wie ein Mitglied unserer Familie. Er gehört zu uns. Er hilft uns allen enorm. Wir können seine Arbeitskraft nützen: Bei der Ernte oder beim Transport von Lasten." Ein richtig ausgebildeter Elefant kann bis zu 23 Kommandoworte befolgen. In gewissen Abständen gehen die Männer hier auf Elefantenjagd. Bei den Idé heißt dies aber nicht "auf Elefanten schießen", sondern "mit Elefanten jagen". Jede Jagdexpedition in die Wälder beginnt mit Ritualen und Zeremonien: Ein Schamane betet mit den Jägern, es wird Rauchwerk angezündet, Reis verteilt und ein Ferkel geopfert. Sein Blut soll den Männern Glück bringen und für Sicherheit sorgen. Alle trinken Reiswein - auch Wat, denn heute wird er zum ersten Mal in seinem Leben mit auf die Jagd gehen. Seine Begeisterung ist ansteckend. Wat: "Heute gehe ich mit meinem Vater auf die Jagd. Ich freue mich sehr auf die Jagd. Wir wollen einen Elefanten fangen - einen kleinen Elefanten." Die Expedition beginnt. Sie führt die Elefantenjäger durch den schwierig zu durchquerenden Fluss "Sirepoog". Schon bald haben sie ein Jungtier gefunden, das sich von der Herde getrennt hat. Doch das Schwierigste steht noch bevor: Um den kleinen Elefanten einzufangen, muss er müde gehetzt werden. Nach einigen Stunden kehren die Jäger heim - mit einem kleinen Elefantenbullen. Wat hat seine erste Jagd erfolgreich überstanden und gehört nun zu den Männern des Dorfes. Schon bald wird sich der kleine Elefant an seine neue Umgebung gewöhnt haben. Ein Leben unter Elefanten und Menschen.

Total votes: 7