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Wie kommen die Streifen in den Latte Macchiato?

Mmmhh, einfach lecker, so ein Latte Macchiato! Das ist italienisch und bedeutet übersetzt so viel wie "gefleckte Milch". Und inzwischen ist die Kombination aus Café und viel Milch nicht mehr nur in Italien beliebt. Nic Shanker, Barkeeper "Es ist eine gute Mischung aus einem Wachmacher und einem Genussgetränk. Man hat nicht direkt einen knallharten Espresso, für diejenigen, die das nicht mögen, es ist ein bisschen milder, geschmacklich auch. Und es ist auch so ein bisschen ein Ritual mit dem langen Löffel dann zum Schluss den Schaum aufzulöffeln. Es macht einfach Spaß, ihn zu trinken."Milchschaum, Café und Milch. Wenn man den Latte Macchiato richtig zubereitet, besteht er eigentlich aus drei Schichten. Aber das ist gar nicht so einfach. Nic Shanker, Barkeeper "Da gibt es eigentlich relativ viele Faktoren, die da eine Rolle spielen, zum einen die Milch, die muss natürlich richtig aufgeschäumt werden, der Espresso muss von guter Qualität sein, beim einschenken des Latte Macchiatos sollte man immer mit der Milch anfangen, bis ca. dreiviertel des Glasinhalts voll ist und dann zum Schluss den Schaum und dann den Espresso rein."Wenn man sich an die Regeln hält, wird der Latte Macchiato zu einem richtigen Streifen-Kunstwerk. Aber warum vermischen sich die einzelnen Schichten nicht schon vor dem umrühren? Mathias Getzlaff, Universität Düsseldorf "Wir sehen die Schichtung und das liegt daran: diese Flüssigkeiten haben unterschiedliche Dichten. Unterschiedliche Dichte heißt, wenn ich ein bestimmtes Volumen habe, dann ist das unterschiedlich schwer. So und das, was am dichtesten ist, das finden wir immer unten. Das ist die relativ kühle Milch oder nur so 40, 50 Grad. Dann gibt man den ganz heißen Espresso oben drauf, die Dichte ist kleiner, also schwimmt der Espresso auf der Milch. So, wird der Espresso aber kühler, gleichen sich die Dichten an und die beiden Flüssigkeiten vermischen sich. Und oben drüber haben wir noch den Milchschaum, der hat eine ganz kleine Dichte, der bleibt erst mal da ganz lange Zeit."Um das zu verdeutlichen, hier ein kleines Experiment mit Wasser, Honig und Olivenöl, von allem die gleiche Menge. Die Flüssigkeiten sind nicht gleich schwer, sie haben unterschiedliche Dichten. Und so entsteht die Schichtung: das Öl schwimmt mit der kleinsten Dichte ganz oben, in der Mitte das Wasser und unten der Honig. Genau so funktionierts beim Latte Macchiato. Neben der Schichtung ist ein weiteres Merkmal typisch für den Latte Macchiato: der perfekte Milchschaum. Schön luftig und in gleichem Maße auch fest muss er sein. Keine leichte Aufgabe. Grundvoraussetzung: die perfekte Milch. Nic Shanker, Barkeeper "Die muss definitiv mindestens 3,5 Prozent fetthaltig sein, muss perfekt temperiert sein, dass kann man immer ganz schön mit der rechten Hand dann am Behälter messen. Beim einschenken der Milch sollte man als erstes den Schaum zurück ziehen, da eignet sich ein Löffel sehr gut zu."Praktisch, dass der Schaum auch noch sehr nützlich ist: denn er isoliert und hält so den Café länger warm. Mathias Getzlaff, Universität Düsseldorf "Wenn die Milch geschlagen wird, bilden sich sehr sehr lange Eiweißketten und zusätzlich entstehen durch das Schlagen noch kleine Luftbläschen, da bleiben die Eiweißketten dann einfach dran haften und diese Luftbläschen isolieren dann auch noch zusätzlich den Milchschaum."Es ist also doch eine kleine Wissenschaft, den perfekten Latte Macchiato zubereiten zu können. Sobald er dann aber endlich vor einem steht, ist das alles vergessen und man will ihn einfach nur genießen!

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