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Wasserkraft in Äthiopien

Im Äthiopischen Afar -Dreieck gibt es eine einzigartige Geologie. Hier treffen drei aktive Grabenbrüche aneinander. Die Erdplatten verschieben sich, streben auseinander, dadurch wird die Erdkruste hier immer dünner und die gesamte Region senkt sich immer weiter ab. Die Folge: heißes Wasser aus dem Untergrund drängt nach oben. Noch am Rand misst Christoph Wilms mit seinem Kollegen knapp 100 Grad Celsius. Das Fazit der Geologen: Die Afar Region eignet sich hervorragend für Geothermische Kraftwerke. Christoph Wilms, Entwicklungshelfer"Es gibt zwei, drei Bohrlöcher, zwei Kilometer und anderthalb Kilometer tief. Und die würden schon alleine für ein Testkraftwerk ausreichen. Da ist, da sind gerade Gespräche mit der EU über Förderung oder Investoren aus Reykjavik."Die Experten schätzen, dass die Menge der elektrischen Leistung, die sie aus Geothermischen Kraftwerken gewinnen können, ungefähr der Leistung eines Atomkraftwerkes entspricht und das ist etwa das Doppelte dessen, was überhaupt gerade in Äthiopien an Energie zur Verfügung steht.Denn hier herrscht akuter Strommangel. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass nur rund jeder zehnte Einwohner des Landes überhaupt an das Stromnetz angeschlossen ist. Die Energie, die bisher erzeugt wird, liefern wenige Wasserkraftwerke in den Bergen. Dabei hat das Land ein riesiges Potenzial.Große Gebiete des äthiopischen Hochlandes verfügen nicht nur über fruchtbaren Boden und eine reichhaltige Vegetation. Im Westen und im Süden regnet es auch. Zwar fällt der meiste Niederschlag innerhalb weniger Monate, doch überall rauschen das ganze Jahr Flüsse oder Bäche zu Tal. Wasserkraft, die man nutzen könnte.Nebiu Assefa und sein Kollege sind Hydro Scouts der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, kurz GTZ. Sie suchen Wasserfälle, die für die Erzeugung von elektrischer Energie geeignet sind.Ihre einfache, aber geniale Idee: Das Wasser fließt oberhalb des Falles in ein Rohr und strömt dann unterhalb durch eine Turbine. Die Turbine treibt dann einen kleinen Generator an. Ihre ersten Messungen haben ergeben - ein Generator könnte circa drei Kilowatt elektrische Leistung liefern. Bei weitem genug um beispielsweise eine Schule mit Strom zu versorgen. Die Entwicklungshelfer versuchen dafür die bisweilen etwas eingerostete Infrastruktur der Dörfer zu nutzen. Nebiu Assefa, Hydroscout:"Das ist eine Turbine, 30 Jahre alt und ich werde mal gucken ob wir das Reparieren können. Wir werden das erstmal auseinander machen, bauen, demontieren und dann werden wir das zur Werkstadt transportieren und dann gucken wir mal, ob wir das reparieren können." In Zukunft könnte die alte Turbine mit einem neuen Generator hier Strom erzeugen und so den größten Teil des Dorfes mit Elektrizität versorgen. Die Entwicklungshelfer setzen dabei auf die Zusammenarbeit mit den Bewohnern vor Ort.Mit Wasserkraft entsteht hier ein wichtiges Fundament für die weitere Entwicklung Äthiopiens.

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