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Warum wird uns schwindelig?

Die einen lieben es, den anderen wird schon vom Zuschauen ganz schwindlig. Vor allem viele ältere Menschen sind von Freizeitaktivitäten dieser Art eher weniger begeistert. Denn schon ab 20 Jahren nimmt der Gleichgewichtssinn langsam ab. Das Gleichgewicht ist ein Zusammenspiel aus verschiedenen Organen. Sie alle senden ständig Informationen an das Gehirn. Eine zentrale Rolle spielen dabei das Ohr, das Auge und verschiedene Sensoren in Gelenken und Muskeln. Geben diese Organe widersprüchliche Informationen an das Gehirn weiter, entsteht ein Schwindelgefühl. Prof. Martin Westhofen, Uniklinik Aachen, Schwindelambulanz "Das passiert immer dann, wenn eines der drei Sinnessysteme überfordert, überreizt oder anders gereizt wird als die anderen. Und es gibt eine ganze Menge solcher bewusster Sinnestäuschungen in einem der drei Kanäle, die dazu führen. Eine Täuschung, die jeder schon einmal erlebt hat: man sitzt in der Eisenbahn, schaut aus dem Fenster und sieht etwas bewegt sich, ist einen Moment ganz unsicher, mit so einem komischen Gefühl und ist sich nicht sicher, bewege ich mich im Zug oder bewegt sich der Zug nebenan? Erst wenn der Zug an einem vorbei fährt, man sieht den letzten Wagen, dann lässt das Gefühl nach, dann weiß man wieder, wie es wirklich ist und dann ist dieses fehlende Zusammenpassen aufgelöst."Fachleute unterscheiden verschiedene Schwindelformen. Da gibt es zum Beispiel den Drehschwindel oder den Schwankschwindel, der alles zum Wanken bringt. Der Liftschwindel führt zu einem mulmigen Gefühl im Aufzug. Den Drehschwindel kennt wohl jeder von uns. Wenn man sich selbst lange um die eigene Achse dreht und dann plötzlich stoppt, ist ein Drehwurm vorprogrammiert. Dann kommt der Gelichgewichtssinn im Innenohr durcheinander. Der Gleichgewichtssinn besteht aus drei Bogengängen. Die sind mit Flüssigkeit gefüllt. In den Bogengängen befinden sich Sinneszellen mit feinen Härchen. Bei einer Drehung bewegt sich die Flüssigkeit und bringt so die Härchen zum wanken. Hält man dann ganz plötzlich an, schwappt die Flüssigkeit weiter und der Drehschwindel entsteht. Manche Menschen vertragen den Schwindel, andere nicht, bekommen Panik. Warum das so ist, wird immer noch von Forschern untersucht. Ein kleiner Tipp, falls einem in Höhen wie diesen schwindelig wird: hinsetzen und einen Punkt in der Ferne fixieren. Und dann schauen, dass man schnell wieder festen Boden unter die Füße bekommt.

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