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Warum ist der Fingerabdruck einzigartig?

Langfinger bei der Arbeit: es muss alles ganz schnell gehen und das wichtigste: keine Spuren hinterlassen. Doch das passiert schneller als gedacht, ein unbedachter Handgriff und der Fingerabdruck bleibt zurück. Der Fingerabdruck: unzählige miteinander verwobene Linien. Eigentlich unauffällig und unsichtbar. Doch für die Polizei oftmals eine aussagekräftige Spur zum Täter. Um den Fingerabdruck untersuchen zu können, wird er sichtbar gemacht. Dazu wird Eisenstaub aufgepinselt. Der schwarze Staub legt sich hauchdünn auf erhabene Rückstände auf der glatten Oberfläche. So entsteht ein Schwarz-Weiß-Kontrast, der Fingerabdruck wird sichtbar.  Ralf-Günter Stefan, Kriminalhauptkommissar: "Die Fingerspur besteht im Prinzip zu 98,5% aus Wasser. Dazu kommen ein paar Fettanteile, Spurenelemente, indem sie sich länger nicht die Hände gewaschen haben, sie haben geschwitzt, sie haben etwas angefasst und dadurch entsteht erst mal eine Substanz, die sie hinterlassen können." Fingerabdrücke sind einzigartig. Sogar eineiige Zwillinge mit identischem Erbgut besitzen unterschiedliche Muster. Unter einer Mikroskopkamera sind die dünnen Wellenlinien auf der Fingerkuppe deutlich erkennbar. Die Windungen heißen Papillarleisten und sind auf jedem Finger anders angeordnet. So erscheint eine individuelle Rillenstruktur, der persönliche Fingerabdruck. Die Linien entstehen schon in der Schwangerschaft. Denn die aufeinanderliegenden Hautschichten eines Embryos wachsen unterschiedlich schnell. Somit entsteht eine Spannung und die Haut legt sich in Falten. Die bilden dann die charakteristischen Furchen und Linien der Handinnenfläche. Dr. Anne Hundgeburth, Hautärztin: "Primär sind sie genetischangelegt, es ist bekannt, dass unter dem zufälligen Einfluss von Umgebungsfaktoren wie Druckschwankungen oder Spannungsdifferenzen, Temperaturunterschiede im Mutterlaib also auch zufällige Abweichungen, kleine Details sich ausbilden. Diese Feinmerkmale nennt man auch Minutien und da spricht man von Gabeln, von Verzweigungen, von plötzlichen Endungen. Es gibt auf jedem Fingerabdruck über hundert solcher kleinen Minutien, also kleine feine Unterschiede, mit deren Hilfe man dann eben den Fingerabdruck charakterisieren kann." Diese minimalen anatomischen Unterschiede helfen der Polizei bei der Tätersuche. Millionen Fingerabdrücke sind in der Datenbank der Polizei gespeichert. Um dem Täter auf die Spur zukommen. Verglichen wird der gesicherte Fingerabdruck mit den Fingerabdrücken, die der Polizei bereits bekannt sind. Keine leichte Aufgabe. Ralf-Günter Stefan, Kriminalhauptkommissar: "Das System sucht aus der Vielzahl der abgespeicherten Abdrücke die heraus, die eine ähnliche Merkmalskonstellation haben, also eine ähnliche Konstellation anatomischer Merkmale und im Endeffekt muss immer der Sachbearbeiter vor dem Bildschirm selbst gucken, ist er wirklich dabei oder nicht." Und dann gibt es kein Entkommen mehr für den Täter - denn sein Fingerabdruck ist einzigartig.

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