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Warum gefriert Meerwasser nicht bei Null Grad Celsius?

Wir nutzen es meist ohne Nachzudenken, das Wasser. Dabei ist es nicht nur nass, sondern hat auch noch andere Eigenschaften, beispielsweise gefriert es bei 0 Grad Celsius. Der Chemiker Andrea Celler vom University College in London zeigt uns in einem Experiment, warum Salzwasser sich ganz anders verhält. Celler nimmt dafür eine Schüssel voll mit Eiswürfeln. Das Thermometer zeigt Null Grad an. Das ist gleichzeitig der Gefrierpunkt von Wasser und der Schmelzpunkt für Eis. Bei Null Grad entsteht ein Gleichgewicht zwischen Wasser und Eis. Wassermoleküle lösen sich aus dem Eis. Gleichzeitig binden sich andere Wassermoleküle an das Eis. Nun gibt Celler ein wenig Kochsalz dazu und rührt. Die Temperatur geht weiter runter - aber schau an - das Wasser gefriert nicht. Der Grund: Die Natrium- und Chlorid-Ionen aus dem gelösten Salz - hier in blau und rot dargestellt - bringen das Gleichgewicht aus den Fugen. Die geladenen Teilchen umgeben sich mit den Wassermolekülen. Das führt dazu, dass die Anzahl von Wassermolekülen, die vom Eis eingenommen werden können, weniger sind. Das Wasser gefriert langsamer. Wissenschaftler nennen das "die Gefrierpunkterniedrigung". Und der aus Italien stammende Chemiker Andrea Celler gibt noch mehr Salz ins Eis. Aber irgendwann geht der Gefrierpunkt auf dem Thermometer nicht mehr weiter runter und zwar bei minus 21 Grad Celsius. Der Grund: Das Wasser kann kein Salz mehr aufnehmen. Man spricht von einer gesättigten Lösung. Ganz so viel Salz ist im Meerwasser übrigens nicht enthalten. Meistens sind es in etwa 35 Gramm pro Liter. Das ist aber genug, um das Meer später zufrieren zu lassen. Ungefähr bei minus zwei Grad.

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