wissen.de
Total votes: 17
VIDEO

Wartung einer Talsperre

Wartungsarbeiten an der Rappbodetalsperre. Immer wenn der Stausee zu voll ist, kann durch einen Ablasstunnel das überschüssige Wasser entfernt werden. Das funktioniert in etwa wie bei einer übergroßen Badewanne, wo der Stöpsel nach Bedarf rausgezogen wird. Über eine 90 Meter in die Tiefe führende Gleisrampe kann ein riesiger Stahlstöpsel in den Stausee gefahren werden - ein so genanntes Schütz. Am Boden soll es bei Bedarf den Tunneleingang verschließen. Das Problem: Immer wieder lagert sich Schutt und Geröll auf den Gleisen an. Wird das nicht regelmäßig entfernt, kann das Schütz nicht mehr fahren. Mit großem Aufwand wird die Talsperre regelmäßig überprüft und gewartet, damit im Notfall alles problemlos funktioniert. Industrietaucher müssen dafür sorgen, dass das Schütz problemlos über die Schienen fahren kann. Dazu wird der Stahlstöpsel über einen Lastkran mit Spezialequipment ausgestattet. Die Idee: Das Schütz soll beim Herunterfahren selbst die Schienen frei pusten. Ronny Hellwig, Industrietaucher: "Das ist ein Sauger, der wird hier von unserem Baukompressor gespeist mit sieben bar. Geht über zwei Zuleitungen und wird dann umgebogen und schießt dann in die Richtung zurück. Weil die Luft ja das Bestreben hat nach oben zu gehen im Wasser, reißt er unten das Wasser mit und auch das darunter liegende Material und dann saugen wir die Trasse damit frei." Zusätzlich zu den Spüllanzen, die das Gestein unter Wasser wegblasen sollen, werden Kontrollkameras installiert. Das Schütz ist mit einem gut 80 Meter langen Stahlseil an einer Winde verbunden. Ronny Hellwig kontrolliert, wie weit es ungestört in die Tiefe fahren kann. Das Schütz bewegt sich mit nur 0,9 Metern pro Minute. Ein Unterfangen, das Geduld erfordert. Die ersten Meter laufen reibungslos. Das Schütz mit den Spüllanzen pustet sich den Weg frei. Doch kurz vor dem Ziel fallen die Kameras aus. Ronny Hellwig, Industrietaucher: "Ich habe auf die Kamera geguckt und dann ging das Kamerabild aus, mehr haben wir nicht gesehen." Schließlich stellt sich heraus, das Stahlseil war zu kurz und hat sich von der Winde gelöst. Die letzten 50 Zentimeter ist das Schütz abgestürzt. Mit Stahlklemmen wird das Seil wieder mit der Winde verbunden. Jetzt kann das Schütz sicher herausgezogen werden. Als das riesige Stahltor an Land erscheint wird klar: das Schütz selbst ist völlig unversehrt. Und der Zwischenfall hatte ja auch sein gutes: Denn nun ist klar, die Schienen sind wirklich frei. Und das Schütz dichtet den Ablasstunnel zuverlässig ab.

Total votes: 17