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Virtuelle Ausbildung

Im modernen Computerzeitalter findet Ausbildung immer häufiger virtuell statt, das heißt durch Computer-Simulation. Beispiel Seefahrt: Angehende Kapitäne müssen rund 150 Stunden im Schiffführungs-Simulator verbringen. Christoph Wand, Kapitän FH-Oldenburg: "Der Simulator hat natürlich den Vorteil, dass man Übungen bis zum Ende durchfahren kann, wenn ich mit Studenten auf dem Ausbildungsschiff bin, dann muss ich, wenn die selber anlegen, die Übung rechtzeitig abbrechen, damit keine Schäden auftreten, hier kann ich die Studenten die Übung durchfahren lassen und am Ende die Fehler im Einzelnen besprechen und das ganze so oft fahren, bis es funktioniert." Hier an der FH Oldenburg stehen vier virtuelle Brücken zur Verfügung. Die Simulatoren machen die Seefahrt aber nicht nur sicherer, sondern auch kostengünstiger und dadurch effektiver. In der Medizin gilt bisher zwar das Üben an echten Organen als Standard - doch auch das könnte sich bald ändern. Durch die virtuelle Chirurgie lernen die Studenten sich im 3-dimensionalen Körper zu orientieren. Der Clou ist das Kraftrückkopplungsgerät: Es gibt den Druck, den der Operateur ausübt, wider und macht dadurch die Oberfläche spürbar. Über ein Fußpedal wird der Bohrer gesteuert. Unterschiedliche Schweregrade spornen den Studenten spielerisch an. Virtuelles Flug-Training ist heute schon die Regel im zivilen, wie im militärischen Bereich. Zum Beispiel bei der Ausbildung von Jetpiloten. Vor dem engen Cockpit huscht eine virtuelle Landschaft über die 360-Grad-Leinwand. Schon allein das Zusehen macht schwindelig. Qualifiziertes Personal und jede Menge Technik sind notwendig, um die komplexe Simulation zu steuern. Verschiedene Simulatoren können auch über Hochgeschwindigkeitsleitungen miteinander vernetzt werden. Dadurch sind auch Formationsflüge möglich. Die virtuellen Flugstunden sind heute schon sehr nah an der Wirklichkeit. Sebastian Leo, Eurofighter-Ausbilder: " Das ist womit ich Ausbildung betreiben möchte, weil ich de facto zu 90% an dem tatsächlichen Fliegen dran bin, weil ich keine oder nur noch sehr wenige Einschränkungen hinnehmen muss, was die visuelle Umgebung des Piloten angeht." Erst wenn jeder Flug im Simulator erfolgreich trainiert wurde, geht es auf die echte Startbahn. Virtuelle Ausbildung nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur Praxis.

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