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Verstrahltes Paradies

Mitten im Pazifik. Likiep. Ein kleines Atoll der Marshallinseln. Joseph de Bruhm ist hier geboren und aufgewachsen. Er war knapp 25 Jahre alt, als es passierte. Ohne Vorwarnung. Am 28. Februar 1954 verwandelte sich der sonst so friedliche Himmel über dem Pazifik in ein flammendes Inferno. Joseph de Bruhm, Augenzeuge:"Wir wussten von nichts. Plötzlich wurde der Himmel gleißend hell. Wir konnten uns nicht mehr bewegen. Und dann kam das fürchterliche Grollen und wir dachten die Welt geht unter." Auf dem 500 Kilometer entfernten Bikini Atoll arbeitete das US-Militär bereits seit Monaten an den Vorbereitungen der Operation "Castle." Einer ganzen Testreihe hochgeheimer Atomwaffenversuche. Die Bravo-Bombe, die an diesem Tag gezündet wurde, war die mit etwa 15 Megatonnen Sprengkraft größte Wasserstoffbombe, die die USA jemals zur Explosion gebracht haben. Der Atompilz reichte 40 Kilometer in den Himmel hinein. Der nukleare Fallout verteilte sich über tausende Quadratkilometer im Pazifik. Bonny de Bruhm, Augenzeugin: "Ich sah es vor mir herunter fallen. Ich hatte meine 8 Monate alte Tochter auf dem Arm. Ich habe versuchte es mit den Händen aufzufangen, was ich sah. So viele Farben, blau, gelb, rot. Aber immer wenn ich versuchte es zu fassen, war es auf einmal weg. Doch ich sah es weiter vor mir herunter fallen, ich wusste nicht, dass es giftig war." Bonny de Bruhm bekam Schilddrüsenkrebs. Sie hatte Glück und überlebte. Doch viele starben in der Folge an Krebs. Und auch heute noch, über 50 Jahre danach ist Krebs eine der Haupttodesursachen auf dem Atoll Likiep.

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