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Unterwasser-Baustelle

Müssen beschädigte Pipelines repariert werden, wird es kompliziert. Vor allem, wenn die Leitungen unter Wasser verlaufen. Durch den Ausfall entstehen immense Kosten. Aber es gibt eine Möglichkeit, den Zeitraum für Reparaturen möglichst kurz zu halten. Eine Art "Unterwasser-Werkstatt", das "Underwater Habitat." Bevor Arbeiter diese besondere Werkstatt betretet können, werden sie an Bord des Schiffes in einer Druckkammer an den Druck im Wasser angepasst. Von dort aus gelangen sie über eine Taucherglocke an ihren Arbeitsplatz. Die Glocke wird ins Wasser gelassen. Nach einem Tauchgang unterhalb von 100 Metern Wassertiefe wären sie mehrere Stunden damit beschäftigt, ihren Körper wieder an normale Druckverhältnisse zu gewöhnen. Damit das nicht nötig ist, leben sie über einen Zeitraum von knapp drei Wochen ständig unter diesen Druckverhältnissen, unter Wasser, in der Taucherglocke oder in der Druckkammer an Bord des Schiffes.In der Zwischenzeit wird auch das "Habitat" nach unten gelassen. Die Positionierung der tonnenschweren Werkstatt übernimmt ein weiteres Tauchteam unter Wasser. Aus Sicherheitsgründen werden die Taucher von oben genau überwacht. Die Werkstatt muss genau über der schadhaften Stelle der Pipeline aufgesetzt werden - ein gefährliches Geduldsspiel in dieser Tiefe. Geschafft. Starke Pumpen ziehen das Wasser aus dem Innenraum, dann ist das "Habitat" innen trocken. Wegen der Druckverhältnisse atmen die Taucher ständig eine Mischung aus Helium und Sauerstoff, das die Stimme verändert und den Ernst des Jobs oftmals etwas vergessen lässt. Im "Habitat" geht es beengt zu. Die Arbeiter werden vom Schiff aus gelotst und überwacht. Echtes Teamwork. In diesem Fall heißt ihr Auftrag: Schweißen! Eine Schweißnaht, die einiges aushalten muss: Schon bald soll hier wieder Gas unter hohem Druck fließen und kein Bläschen darf nach außen dringen. Die Arbeit für heute ist getan, die mobile Unterwasserwerkstatt wird wieder an Bord geholt. Die Arbeiter warten in der Druckkammer auf ihren nächsten Außeneinsatz entlang der schier endlosen Rohre am Grund des Meeres.

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