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Stuckateur

Es gab Zeiten, da galt ein Raum ohne Stuck als nackt. Die filigrane Deckenverzierung, eine Zeit lang aus der Mode gekommen, ist aber wieder IN und wird nach altem Vorbild restauriert. Dieser Stuck stammt aus der Zeit der Jahrhundertwende und hat in den Jahren etwas gelitten. Aber nur ein einziges erhaltenes Stuckteil reicht Stuckateur Christoph Blume, um einen Raum zu restaurieren. Christoph Blume, Stuckateur: "So, jetzt haben wir`n heiles Teil, ja, und davon machen wir uns jetzt `ne Form. Und dann wird der Rest, der hier fehlt, damit ergänzt. " In der Werkstatt: Als erstes gießt Christoph Blume eine Spiegelform. Der alte Stuck wird dazu mit Silikon übergossen. Nach acht bis zehn Stunden ist das Silikon ausgehärtet - die Spiegelform, die der Stuckateur zum Reproduzieren des Stucks benötigt, ist fertig. Christoph Blume, Stuckateur: "Das ist das Eckteil von einem Ornament und zu diesem Eckteil brauchen wir natürlich den Rest. Und der befindet sich hier drin. Das hab`ich gestern Abend noch gemacht. Es ist der gleiche Vorgang wie da. Das entschalen wir jetzt mal, das heißt, wir nehmen mal den Rand weg, den Styroporrand. So, und, wie wir sehen, ist das sehr anständig geworden, also das ist das Modell und das ist jetzt die Form. " Was ausschaut wie Mehl ist Gipspulver, das zusammen mit Wasser zu Stuck wird. Christoph Blume, Stuckateur: "Das ist ein gemahlener Stein, im Grunde genommen, der wird im Harz abgebaut und wird gemahlen und gebrannt." Als noch flüssige Masse wird er in einer guten Viertelstunde zu einem neuen Stuckprofil. Wenig später: Die Geburt ist gelungen. Der Stuck-Zwilling erblickt das Licht der Werkstatt. Papa Christoph ist stolz. Christoph Blume, Stuckateur: "So, und schon haben wir das Teil. Da isses!." Reporter: "Und wenn wir die jetzt vergleichen mit dem Original?" "Tja, man kann das eine eigentlich nicht vom anderen unterscheiden." Nur die Farbe ist noch unterschiedlich, aber gestrichen wird später. Der neue Stuckersatz ist so leicht, dass er mit einem Spezial-Leim einfach auf den Putz geklebt werden kann. Stuckateur Christoph Blume kümmert sich jetzt um das kaputte Stuckprofil. Um fehlende Teile originalgetreu nachzubilden benötigt er eine Schablone. Ausgeschnitten wird sie auf eine Schlitten gespannt. Und jetzt geht's los: Der Gips wird auf eine Styroporleiste gegossen, das gibt Stabilität. Etwa zwanzig Mal muss Christoph Blume den Schlitten über die Gipsmasse ziehen, Christoph Blume, Stuckateur: "Zack isser da. " An dieser Stelle ist das Stuckrelief nun wieder komplett. Aber halt: Da fehlt noch das Ornament, der sogenannte "Eierstab", ein klassisches Stuck-Motiv. Christoph Blume, Stuckateur: "Ein Motiv, das fast immer wiederkehrt im klassischen Stuck ist der "Eierstab", also die Ornamentik, die unten drin ist und das ist halt so, das gibt es in fast jedem Haus, das Stuck hat, taucht irgendwann mal ein "Eierstab" auf. " Stuck - zeitlos schön. Da geht dem Stuckateur die Arbeit nicht aus. 

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