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Spartakus

Das Kolosseum in Italien, eine Kampfarena. Hier traten die Gladiatoren gegeneinander an, Berufskämpfer, die zur Unterhaltung der Gäste in den Ring stiegen - so wie das heute bei Boxkämpfen üblich ist. Nur, dass der Verlierer damals selten die Arena lebend verließ. Ein besonders mutiger Gladiator war Spartakus. Prof. Keith Bradley, Historiker: "Spartakus ist ein Geheimnis, er bleibt ein Rätsel, denn wir wissen eigentlich nur ganz, ganz wenig über ihn. Was wir aber wissen, ist, dass er der Anführer des größten Sklavenaufstandes wurde, der sich jemals in der Geschichte Roms ereignet hat." Im Jahr 73 vor Christus führte Spartakus in seiner Gladiatorenschule einen Aufstand an. Die Berufskämpfer durchbrachen ihr Gefängnis und plünderten die Waffenkammer. Spartakus war - wie die meisten Gladiatoren - Sklave. Prof. Keith Bradley, Historiker: "Die Reichen hatten alle Privilegien, aber Sklaven hatten absolut nichts. Vor dem Gesetz existierten sie überhaupt nicht. Sklaven waren bewegliches Hausinventar und wenn du vermögend warst, konntest du ein menschliches Leben kaufen - einfach so zu deinem persönlichen Vergnügen." Nach dem Aufstand zogen sich die Gladiatoren in die schützenden Berge zurück. Immer mehr befreite Sklaven schlossen sich ihnen an. Bald waren es Zehntausende. Spartakus setzte Regeln fest: Niemand durfte Gold oder Silber besitzen, jede Beute musste gleichmäßig verteilt werden. Die Gemeinschaft wurde durch ein Ziel zusammengehalten, den Wunsch nach einem Leben in Freiheit. Bisher war Spartakus erfolgreich gewesen, aber allmählich fragte er sich, wie lange sich die Fahne der Aufständischen noch auf römischem Boden behaupten könne. Die Römer waren Elitesoldaten, das Sklavenheer ein zusammengewürfelter Haufen. Prof. Keith Bradley, Historiker: "Die Situation war wirklich verzwickt, um so erfolgreicher Spartakus war, was die Zahl seiner Anhänger anging, desto schwieriger wurde es, ein gemeinsames Ziel zu finden, und darin lag das unausgegorene dieses Aufstandes." Die Sklaven kamen aus aller Herren Länder, sie sprachen unterschiedliche Sprachen, die Niederlage war vorprogrammiert. Bei einem Gefecht schließlich wurde auch Spartakus durch einen Speer verletzt. Mit ihm starb eine große Freiheitsidee. Nie wieder wurde im römischen Reich ein solcher Traum gelebt.

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