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Schlaflos

Er gehört zu unseren elementarsten Bedürfnissen und ist doch eines der ungelösten Rätsel der Biologie: Der Schlaf. Denn obwohl wir bis zu 30 Jahre unseres Lebens schlafen, sind seine Ursache und Funktion noch nicht richtig erforscht. Sicher ist, Schlaf ist für uns lebenswichtig. Schlafen wir auf Dauer schlecht, beeinträchtigt das unsere Leistungskraft, Lebensfreude und unsere Gesundheit. Das gilt besonders für Kinder. Denn Schlafmangel kann ihre gesamte Entwicklung stören.Auch der siebenjährige Tim Schiller leidet unter Schlafstörungen. Tim ist oft erkältet. Seine Atemwege sind verstopft. Das macht ihm nicht nur tagsüber zu schaffen, auch nachts bekommt Tim schlecht Luft. Er schnarcht deshalb immer öfter. Viel schlimmer als das leise Röcheln ist aber, dass er zwischendurch aufhört zu atmen. Tim selbst merkt davon nichts. Seine Schlafapnoe, der medizinische Begriff für die Atemaussetzer, blieb deshalb lange unentdeckt. "Wir haben uns eigentlich nix dabei gedacht. Weil es war ja eigentlich immer Erkältungszeit wenn ja sowieso alles zu ist. Bis uns nachher dann halt de Oma mal sagte, dass da Atemaussetzer waren, das war schon Angst einflößend." Wie genau sich Schnarchen auf die Gesundheit der Kinder auswirkt untersucht jetzt eine Studie der Leipziger Universitätsklinik. Denn Tim ist kein Einzelfall. So gut wie jedes Kind schnarcht ab und zu mal. Auch wenn nicht alle schnarchenden Kinder an Atemaussetzern leiden, ist das nächtliche Röcheln doch ein ernstes Warnzeichen für einen gestörten Schlaf. Der Blick in Tims Rachen zeigt, ob organisch alles in Ordnung ist. Denn vergrößerte Polypen und Mandeln können die Atemwege blockieren und damit die Schlafapnoe auslösen. Die Mediziner kontrollieren auch Tims Gewicht und sein Körperfett. Denn gestörter Schlaf erhöht auch das Risiko für Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Ein großer Nackenumfang, die Gefahr von nächtlichen Atemaussetzern. Danach geht's für Tim eine Nacht ins Schlaflabor. Hier beobachten die Kinderärzte sein Schlafverhalten. Das Messen von Hirnströmen und Atem zeigt, wie tief Tim nachts schläft und wie oft sein Atem aussetzt. Obwohl die Studie gerade erst beginnt sind einige Einflussfaktoren bereits klar: Beispielsweise hängen Schnarchen und Atemwegserkrankungen oft zusammen. Die Forscher wollen im Laufe der Studie weitere Zusammenhänge klären, um das Schlafverhalten betroffener Kinder auf Dauer zu verbessern. "Wir hoffen, dass wir dann am Ende der Studie ganz genau empfehlen können wie Schlaf am besten für Kinder gestaltet werden kann um ein optimales sich Entwickeln zu gewährleisten." Tim konnten die Ärzte schon weiterhelfen: Bei ihm müssen erstmal nur die Mandeln raus.

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