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Salzwasserkrokodile

Australien. Hier leben die größten und gefährlichsten Panzerechsen der Welt: Salzwasserkrokodile. Tierfilmer Andreas Kieling hat eine Mission: Spektakuläre Bilder. Deshalb will er den Tieren möglichst nahe kommen. Andreas Kieling, Tierfilmer: "Viele der alten Krokodilbullen sind hier sehr, sehr scheu. Das hängt damit zusammen, dass früher in dem Gebiet gejagt werden durfte auf Krokodile. Entweder sind sie in großen Fallen gefangen worden. Aber die meisten sind mit Gewehren beschossen worden. Jetzt gibt es nur ein Problem, bei den Krokodilen: das Gehirn eines Krokodils, egal ob es fünf oder sechs Meter lang ist, das ist nicht größer als eine Walnuss und das muss getroffen werden. Und das haben die meisten Schützen nicht hinbekommen. Die meisten Krokodile haben mehrere Kugeln im Schädel stecken." Als Kieling versucht sich einem der Krokodile anzunähern, zeigt das Tier, wer hier das Sagen hat. Eine unmissverständliche Warnung. Dies bleibt die einzige Begegnung mit den Salzwasserkrokodilen für diesen Tag. Doch in der Nacht traut Kieling seinen Augen kaum. Wie Sterne am Firmament blitzen unzählige Lichter im Wasser. Jungtiere, die sich in dieser Bucht versammelt haben. Ihre Augen scheinen im Mondlicht zu leuchten: Andreas Kieling: "Der Kleine dürfte nicht sehr alt sein. Wenn sie Stress kriegen, stoßen sie diese Stresslaute aus. Etwa 50 Prozent von ihnen werden den ersten Geburtstag nicht erleben. Die Fürsorge der Eltern hört nach wenigen Wochen schon auf und dann werden sie zum Teil zur Beute der eigenen Eltern." Kaum vorstellbar, dass so ein Winzling in 50 Jahren zur größten Panzerechse der Welt wird. Am nächsten Morgen geht Kieling mit einem 5 Meter langen Krokodilmann auf Tuchfühlung. In der Nähe eines toten Kängurus hat er Stellung bezogen. Die Echse kann dem Geruch des toten Kadavers nicht widerstehen und kriecht in zwei Meter Abstand an Kieling vorbei. Unbeeindruckt von seinem Zuschauer holt sich das Tier die Beute und verschwindet genauso friedlich wie es gekommen ist wieder im Wasser. Nachdem das Krokodil gefressen hat, will Kieling einen Tauchgang mit ihm wagen. In der Hoffnung, dass es satt ist. Andreas Kieling: "Krokodile können, was ihre Beute angeht, sich nicht sofort auf neue Beute einstellen. Sie sind festgelegt auf Wallabys, auf Fische, auf Wildschweine, auf Dingos und ich bin für sie etwas ganz Neues, das kommt auch noch dazu. Sie brauchen eine bestimmte Zeit, um mich als Beute zu realisieren und zu nutzen. Und diese Zeit will ich mir zunutze machen, um die Krokodile zu drehen." Nur deshalb kann Kieling das Experiment noch einmal wagen. Und wieder ignoriert ihn die Echse, obwohl sie direkt auf ihn zukommt. Kieling beschreibt diesen Moment später als einer der magischsten seines Lebens.

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