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Rund um die Olive

Von November bis Januar ist in Andalusien die Zeit der Olivenernte. Manolo Garcia hat seinen Nachbarn gebeten, ihm dabei zu helfen. Traditionell werden die reifen Früchte mit Stöcken von den Bäumen geschlagen. Das Olivenöl gilt als das Gold Andalusiens. Kochen ohne dieses Lebenselixier ist für die Menschen hier nicht vorstellbar. Manolo Garcia: "Ich erinnere mich, als ich jung war, da wurde gesagt, dass wir in Andalusien sehr klein und schmächtig sind, weil wir so viel Olivenöl verwenden. Das hörte ich manchmal. Das war vielleicht ein Gerücht von einem amerikanischen Konzern, der Schmalz, Butter und Sojaöl verkaufte. Aber das ist natürlich nicht wahr, denn meinem Sohn schmeckt das Olivenöl sehr gut und er ist sehr groß. Also kann es nicht stimmen." Ein kleiner Teil der Oliven wird später eingelegt, der Großteil aber zur Olivenpresse gefahren. Manolo hat seiner Frau Rosa einige Oliven mit nach Hause gebracht. Doch bevor sie eingelegt werden können, muss Rosa sie aufbrechen und zwei bis drei Wochen in Wasser legen. Rosa Garcia: "Diese hier habe ich schon vor zwei Wochen aufgebrochen und in Wasser gelegt. Jeden oder jeden zweiten Tag habe ich das Quellwasser gewechselt. Nun sind sie, noch ein klein bisschen bitter. Aber jetzt lasse ich sie noch eine Woche in den Gewürzen ziehen, dann sind sie fertig zum Essen." Rosa würzt ihre Oliven mit Knoblauch, Oregano, Fenchel, Thymian, Zitronenschale und Salz. Zum Schluss frisches Quellwasser darüber. Und dann durchziehen lassen. Am Nachmittag fahren die Männer die Olivenernte zur Presse. Die Oliven werden zuerst gewaschen, dann kommen sie in die Mühle. Eduardo, der Besitzer der Presse, verteilt anschließend den Olivenbrei auf Kokosmatten. Der Mattenturm wird immer schwerer, schon vor dem Pressen fließt das erste noch ungepresste Olivenöl. Eineinhalb Stunden dauert es jetzt noch, bis der letzte Tropfen Olivenöl herausgepresst ist. Ölprobe, das filtrierte Öl von Manolos Oliven wird selbstverständlich kaltgepresst und verdient damit die Bezeichnung "virgen extra". Manolos Oliven ergeben ungefähr 200 Liter Öl. Nun prüfen die Männer, wie die diesjährige Ernte schmeckt. Die Meinung ist einhellig: Ein guter Jahrgang.

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