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Rückenschmerzen

Auflockerungstraining in der Sporthallte der Göttinger Schmerzklinik. Alle Patienten leiden unter starken Rückenschmerzen, aber Bewegung steht auf dem Programm. Auch Karin Jahn plagt sich seit 20 Jahren mit Rückenschmerzen, vor zwei Jahren, wurde es unerträglich. Karin Jahn, Patientin: "Dass ich, wenn ich aufstand, nicht gehen konnte, der Rücken ins Bein ausstrahlte, und dass ich also nicht mal in der Lage war durchgehend zum Beispiel das Frühstück zu machen, dass ich mich dann schon wieder hinlegen musste, weil das eben so stark, so ein stechender Schmerz war." Das Göttinger Rückenintensivprogramm dauert vier Wochen. Alle Patienten sind für diese Zeit krankgeschrieben. Hier lernen sie anders mit ihrem Schmerz umzugehen. Michael Pfingsten, Schmerzklinik Göttingen: "Die Patienten sind üblicherweise der Auffassung, dass der Rückenschmerz etwas mit dem Arbeitsplatz und schweren körperlichen Tätigkeiten oder längerem Sitzen zu tun hat. Das konnte aber in internationalen Studien nicht bewiesen werden. Da konnte gezeigt werden, dass das überhaupt keinen engen Zusammenhang darstellt, sondern eine andere Variable aus dem Bereich des Arbeitsplatzes war da viel wichtiger und das ist die Arbeitszufriedenheit oder Arbeitsunzufriedenheit. Wer mit dem Arbeitsplatz nicht zufrieden ist, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Rückenschmerzen." Viele Patienten haben Jahrelang keinen Sport gemacht, weil sie eben Schmerzen hatten und den Rücken schonen wollten. Doch Bewegung ist enorm wichtig, damit die über 300 Rückenmuskeln nicht erschlaffen. Karin Jahns Rücken ist zu steif, sie ist bislang beim Bücken in die Knie gegangen und dachte, damit mache sie allen richtig. Karin Jahn, Patientin: "So hat man das auch gelernt, ich habe also viele Rückenschulungen gemacht, da hieß es immer schön gerade runter gehen oder auch dieses mit dem Bein nach hinten ausstrecken, um in die Waage zu kommen, um dann so leichte Sachen aufzuheben, aber ja, das ist eben falsch, wie wir heute jetzt wissen und wie wir hier gehört haben und das muss ich eben erst trainieren und das andere aus dem Kopf rausbekommen." Jetzt lernt sie wieder den Rücken voll zu benutzen. Auch das Biegen trainiert die Muskulatur. Michael Strumpf, Schmerzklinik Göttingen: "Das Neue ist tatsächlich, dass verschiedene Fachdisziplinen mit den Patienten in Gruppen, aber auch im einzelnen Gespräch zusammen arbeiten. Die Mischung macht es auch dem Patienten einfacher dann die Botschaften mit nach Hause zu nehmen nach diesen 4 Wochen intensiven Trainings. Eine Botschaft ist eben bewegen, wer rastet, der rostet. Und ich habe umso mehr Rückenschmerzen, je mehr ich mich schone." Bewegung ist das A und O. Das haben auch die Krankenkassen erkannt. Sie übernehmen die Kosten für das Programm.

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