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Retter am Berg

Es hat frisch geschneit, die Wetterbedingungen sind gefährlich, doch die Meisten, die sich zu einem Aufstieg auf das Matterhorn entschieden haben, kann jetzt nichts mehr abhalten, auch nicht die Warnung der Bergwacht.Viertausend vierhundert achtundsiebzig Meter hoch. Das Matterhorn. Der Berg der Berge, die Pyramide der Alpen. Bergsteiger aus der ganzen Welt, versammeln sich hier. Jeder will seinen Traum vom Gipfelsieg verwirklichen. Früh hoch und früh wieder runter, so die lebenswichtige Devise. Eine kleine Prozession von Stirnlampen marschiert in der Dunkelheit Richtung Gipfel. Die Bergretter sind in Alarmbereitschaft: Kurt Lauber, Schweizerische Rettungsflugwacht: "Das Rettungswesen ist auch immer so ein Nebenjob. Tag oder Nacht, das ist alles immer auf Abruf. Es gibt Zeiten, da ist so viel Betrieb, dass man wirklich keine freie Minute hat für uns alle, die wir hier oben arbeiten." Über 700 Hubschrauber-Einsätze hat Kurt schon hinter sich. Kurt Lauber, Schweizerische Rettungsflugwacht: "Das ist oft so, dass man vielen Leuten abrät, aber es ist meistens so, dass die Leute, die hier sind, meistens schon die Entscheidung getroffen haben ob sie gehen wollen oder nicht. Und das andere Übel ist dann auch oft, dass wenn etwas schief geht, dass wir sie auch holen müssen. Und dann ist das Risiko auch wieder auf unserer Seite. Wenn die Verhältnisse schlecht sind, weil sie es effektiv unterschätzen. Denn wenn man das alles so sieht, denke ich mir ist, es ist eigentlich ein Wunder, dass nicht noch viel mehr passiert." Zu oft schon hat Kurt für den Leichtsinn Anderer sein Leben riskiert. AmMatterhorn hat es bisher mehr Tote gegeben als an jedem anderen Berg der Alpen. Doch heute geht es glimpflich ab: 10:00 Uhr, die ersten Gipfelstürmer sind schon zurück, wegen Schnee und Eis mussten sie den Aufstieg weit vor dem Gipfel abbrechen. Wie es Kurt vorher gesagt hat.Doch nicht immer haben die Bergsteiger so viel Glück wie heute. Der Vize-Chef der Luftrettung hat eine schwierige Aufgabe vor sich. Kurt Lauber, Schweizerische Rettungsflugwacht: "Ja, dort unten, am Fuß des Matterhorn, Ostwand. Da hat vor vier, fünf Tagen, als das Wetter schlecht wurde, da hat ein Wanderer eine alte Leiche gefunden, die schon seit J ahren da unten lag. Und ich versuche mal mit dem Fernglas ein bisschen zu schauen ob ich irgendetwas entdecke. Irgendwann in den nächsten Tagen müssen wir dann mal ausrücken um den Leichnam zu suchen. Das kann irgend jemand sein, der vielleicht vor 20 Jahren verunglückt ist oder vor fünf Jahren, wer weiß." Viele verunglückte Bergsteiger wurden nie gefunden. Sie sind bis heute verschollen in den Gletscherspalten des Matterhorns.

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