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Reis für die Welt

Manila, eine der Megametropolen Asiens. 15 Millionen Menschen leben hier. Wie die meisten Asiaten, ernähren auch sie sich vorwiegend von Reis. An keiner Nahrungspflanze hängen mehr Menschenleben. Denn Reis ist auch weltweit die Nummer Eins. Die Weltbevölkerung wächst weiter und auch der Bedarf an Reis wird sich in manchen Regionen der Erde bald verdoppeln.Die Reisbauern sind unter Druck. Sie fürchten neue Pflanzenkrankheiten und Klimaextreme. Die Überschwemmungen ganzer Deltagebiete in Asien zerstörten erst vor kurzem die Jahresernte. Die wenigen, modernen Züchtungen, die die Bauern heute wegen ihres hohen Ertrages pflanzen, können diesen Bedingungen kaum mehr standhalten. Reis wird zwar überwiegend im Nassanbau gewonnen. Die Wassermenge muss aber streng reguliert werden. Höchstens sieben Tage können es die Pflanzen komplett unter Wasser aushalten, ohne zu sterben.Am internationalen Reisinstitut IRRI südlich von Manila ist man alarmiert. Robuste, traditionelle Reissorten werden hier aufbewahrt. In ihnen sehen die Forscher Potential für die Züchtung neuer Arten, die auch bei Überschwemmungen, Trockenheit, Hitze oder mit Salzwasser überlebensfähig sind. Nicht nur ertragreich, sondern auch belastbar, ist Ziel der Forschung: "Die Züchtung hat mehr darauf geachtet, dass die Qualität von dem Reis gut ist, dass er Hochertrag ist. Nicht so sehr darauf, dass es auch unter Stressbedingungen wachsen kann. Aber es wird zunehmend wichtig, dass wir Reis haben, der Multiresistenzen hat." Hier lagert der große Schatz des Instituts. Die Molekularbiologin findet alles, was sie für ihre Forschung braucht. Reissamen, durch Aluminiumtütchen geschützt. Mehr als 110.000 verschiedene Sorten werden hier bei Minusgraden konserviert. In den Samen schlummern verschiedene genetische Eigenschaften, auch für klimaresistente Reisarten. Eine traditionelle indische Sorte könnte die Lösung sein. Sie bleibt unbeschadet, auch mehrere Wochen unter Wasser. Erst vor kurzem konnten die Forscher das entscheidende Gen dafür identifizieren, dass Sub 1 Gen. Nun wird das Team um Sigrid Heuer die überschwemmungsresistente Eigenschaft in eine moderne ertragreiche Reissorte einkreuzen. Die populäre Reissorte IR64 wird mit dem Sub 1 Gen versetzt. In einem Testversuch wird der Reis nun in einer künstlichen Überflutung von mehr als 10 Tagen auf die Probe gestellt. Das Ergebnis ist erstaunlich. Der Reis mit der Überschwemmungstoleranz ist um ein vielfaches ertragreicher. "Wenn man dann sieht, dass diese Forschung direkt im Feld der Bauern endet und wirklich zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bauern beitragen kann, das ist eine große Motivation. " Mehr als 160.000 Reissorten, sogenannte Varietäten, soll es noch geben. Sie sind der Schlüssel, um die Reisversorgung der Menschen langfristig zu sichern.

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