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Ras Laffan

Bis Anfang der 90er war Ras Laffan nicht mehr als ein idyllischer Badestrand, etwa 80 Kilometer von Doha entfernt. Heute steht der Name für einen riesigen Industriekomplex für die Verarbeitung von Erdgas. Kaum zu glauben, aber typisch für die rasante Entwicklung im Emirat Katar.In Ras Laffan werden heute Millionen Tonnen Erdgas im Jahr verarbeitet - und Pläne sehen vor, dass die Anlage in den kommenden Jahren um mehr als das Doppelte wachsen soll. Deshalb ist Ras Laffan nicht nur eine gewaltige Industrieanlage, sondern auch eine der größten Baustellen der Welt.Tausende von Bauarbeitern aus über 40 Nationen schweißen gewaltige Stahlrohrleitungen zusammen, setzen überdimensionale Erdgastanks in den Wüstensand und fügen Stahlteile zu hohen Gerüsten aneinander. Der Wind und vor allem die hohen Temperaturen machen den Arbeitern zu schaffen. Der Beton muss beispielsweise mit Eiswasser gekühlt werden, sonst würde er bei 50 Grad im Schatten nicht abbinden. Ras Laffan - eine der am schnellsten wachsenden Industrieregionen in der Welt. Zwischen den Kränen: Riesige Anlagen, die das Erdgas, den Schatz des Emirates Katar, aufbereiten und für den Schiffstransport in alle Welt vorbereiten. Damit sich das Gas einfacher transportieren lässt wird es auf minus 162 Grad abgekühlt. Dann wird es in den Anlagen flüssig. Das verringert das Volumen um das 600-fache. So lohnt sich überhaupt erst der Transport.Der Kühlprozess läuft in mehreren Stufen in gewaltigen Kühlaggregaten ab. Der Energieaufwand für die Abkühlung ist allerdings enorm. Insgesamt werden etwa 15 Prozent der Energie des Erdgases allein für die Verflüssigung und den Transport verbraucht.Auf einer Fläche von 106 Quadratkilometern erstreckt sich das Industriegebiet Ras Laffan. Je größer die weltweite Nachfrage nach dem "flüssigen Gold" aus Katar wird, desto größer wird wohl auch der Industriekomplex Ras Laffan werden.

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