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Patisserie Oskar

In Österreichs Hauptstadt Wien bereitet man sich auf den alljährlichen Patisserie Oskar vor. Er ist der Grand Prix der Schokoladenkunst. Auf dem Wettbewerb sollen die besten Torten des Landes gezeigt werden - und zwar ohne Rücksicht auf die Materialkosten, die Rohstoffe werden gestellt. Maik Lüning, Konditormeister: "Es ist nicht nur die Situation der Konditoren, es ist die Situation des Handwerkes. Das Handwerk ist so teuer geworden, dass natürlich uns die Zeit hier ein bisschen einholt. Und so eine Veranstaltung wie der Patisserie Oskar, wo Imagewerte gehoben werden, die tragen natürlich wesentlich für das Verständnis bei, dass das Handwerk auch was kosten muss." Spektakulär wie die Torten ist auch der Austragungsort, die Wiener Hofburg. Stunden vor dem Event treffen die Teilnehmer ein. Ihre pompösen Werke können nicht im Ganzen transportiert werden, sondern nur in Einzelteilen. Aber auch das ist gefährlich heikel. Am Ende entstehen Torten, die mehr Skulptur als Kuchen sind: über einen Meter hoch und bis zu 40 kg schwer. Für das Zusammenkleben der Einzelteile darf nur flüssige Schokolade verwendet werden. Eisspray lässt sie schlagartig fest werden. Die chirurgischen Handschuhe verhindern unschöne Fingerabdrücke. Und auch sonst erinnern Anspannung und Konzentration durchaus an den Operationssaal. Nun wird es knifflig: Die Torte muss noch einige Meter bis zu ihrem endgültigen Platz transportiert werden. Wenn jetzt etwas schief geht, ist der Wettbewerb gelaufen. Ein Blick nach rechts und links zeigt, die Konkurrenz ist hart. Diesjähriges Thema ist Venedig - Masken, Wellen und Gondeln bestimmen das Bild. Um den Geschmack zu beurteilen, muss nicht die eigentliche Torte angeschnitten werden. Die Teilnehmer haben Probetörtchen gebacken. Für die internationale Jury zählt nicht nur der Geschmack, sondern auch die Harmonie. Patrick Mertens, Jurymitglied: "Man soll etwas kosten und dann denken: Was steckt drin? Ah ja, das und das. Und nicht so wow, mich erschlägt der Geschmack. Und das gilt auch für die Ingredienzien, zum Beispiel Ingwer, der ist ziemlich populär jetzt, aber davon nehmen manche viel zu viel zu viel." Alle Torten sind heil angekommen. Die Jury startet ihren Rundgang. Beurteilt werden die Originalität des Entwurfs und auch die handwerkliche Ausführung. Dann bleibt es noch einige Stunden lang spannend - bis abends endlich die Sieger gekürt werden. Doch egal, wer letztendlich den Patisserie Oskar erhält, die Torten zeigen: im Grunde ist jeder der teilnehmenden Konditoren ein Star.

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