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Muschelzucht

Cornwall, eine Halbinsel im Südwesten Englands. Verwöhnt vom Golfstrom herrscht hier ein mildes Klima mit Temperaturen wie am Mittelmeer. Das brachte Steve Cestin auf die Idee, hier Muscheln zu züchten. Sein Argument: Muscheln, sagt er, schmecken gut und verbessern das globale Klima. Steve Cestin: "Die Muschelzucht ist eine umweltfreundliche Industrie. Wir erleichtern die Atmosphäre jedes Jahr um 50 bis 100 Tonnen Kohlendioxid." Im planktonreichen Wasser des Flusses Fal wachsen die Miesmuscheln schnell heran. Ganz von allein. Ohne Dünger. Ohne besondere Pflege. Steves Angestellte legen gerade 8 Meter lange Schnüre aus mit kleinen Muscheln. Eine Art Saatgut. Steve Cestin: "Ich kann noch 4 Tonnen mehr organisieren bis Dienstag." Zwei Jahre lang wuchern die Schalentiere an den langen Schnüren, die im Wasser hängen. Ein künstliches Biotop voll mit Algen und Fischen. 200 Tonnen Miesmuscheln erntet Steve Cestin jedes Jahr auf seiner Farm. Beste Qualität, leicht süßlich und nussig im Geschmack. Trotzdem kein einfaches Geschäft, die Muschelzucht: Steve Cestin: "Zweimal bin ich schon ins Wasser gefallen, die anderen Jungs auch. Das Wichtigste ist, dass man kein Handy in der Tasche hat, was ich natürlich habe." Steve hat früher Zoologie unterrichtet, aber das wurde ihm irgendwann zu theoretisch. Im Urlaub war er dann zu Besuch in Cornwall und beschloss zu bleiben. Er kündigte seinen sicheren Job und begab sich au schwankenden Boden. Das aber mit Erfolg. Heute kann er sich kein anderes Leben mehr vorstellen. Steve Cestin: "Gute Größe. Die müssen noch gereinigt werden. 42 Stunden. Man könnte sie auch so essen, aber sicher ist sicher." Miesmuscheln können manchmal ungenießbar sein, wenn sie das falsche Plankton fressen. Die Natur hat eben ihre Launen. Damit müssen auch die Muschelzüchter leben. Doch bislang hat sich ihre Arbeit immer ausgezahlt. Deshalb denkt Steve auch schon ans expandieren.

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