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Moorea: Whalewatching auf den Spuren Cooks

Sie ist die kleine Schwester ihrer Nachbarinsel Tahiti: Moorea. Zackige Silhouetten von ehemaligen Vulkanen ragen hinter Palmen steil in den Himmel.In vielen Details entspricht sie den Pauschalvorstellungen vom Südseetraum, mit vorgelagerten Korallenriffen und türkiser See. Für viele Besucher ist Moorea die schönste Insel der Welt. Moorea gehört zu französisch Polynesien, geografisch zählt sie zu den "Gesellschaftsinseln". Damit liegt sie zentral in dem seit 2002 geschaffenen Schutzgebiet für Meeressäugetiere. In der ganzen, vier Millionen km² umfassenden Wirtschaftszone Französisch-Polynesiens sind Wale und Delphine besonders geschützt. Hier erforscht der Meeresbiologe Dr. Michael Poole seit über 15 Jahren das Verhalten der Buckelwale. Täglich fährt er mit seinem Boot vor die Korallenriffe, manchmal mit Studenten und Besuchern an Bord. Dr. Poole kann seine Forschungsarbeit nicht unter Wasser betreiben, die Schutzbestimmungen verbieten das Tauchen mit Pressluftflaschen weil dies die Tiere empfindlich stören würde. In bestimmten Intervallen müssen die Meeressäuger an die Wasseroberfläche, um Luft zu holen. Solange heißt es geduldig zu warten und zu hoffen, dass einer in der Nähe auftaucht. Hat er ein Tier oder gar eine ganze Walfamilie erspäht versucht Michael Poole individuelle Merkmale der Tiere zu erkennen und mit der Hilfe von Fotos einen Steckbrief der Wale zu erstellen. Jede Schwanzflosse eines Buckelwals hat eine individuelle Form und Färbung an der Unterseite. Sollten sie später hier oder woanders auf der Welt wieder erspäht werden, kann die Forschung Aussagen über das Verhalten der Tiere treffen. Manchmal bieten die Wale den Menschen ein beeindruckendes Schauspiel. Das Springen der Wale und das Aufschlagen der Flossen auf die Wasseroberfläche erklären viele Forscher damit, dass sich die Tiere so von Hautparasiten befreien. Dabei lösen sich Hautfragmente. Die Wissenschaftler fischen sie aus dem Wasser um die DNA zu analysieren. So entsteht nach und nach ein immer genauerer "Steckbrief" eines Tieres. Hier in den warmen Gewässern Polynesiens finden die Wale einen ruhigen Platz, an dem sie ungestört vor Räubern und Stürmen die Zeit verbringen, wenn in der Antarktis Winter herrscht. Wale sind trotz ihrer gigantischen Größe scheue Tiere. Immer noch geben sie den Forschern Rätsel auf: Wie navigieren Wale? Wie finden sie ihre Brutstätten, wie ihre Nahrungsgründe und ihren siebentausend Kilometer langen Weg zwischen der Antarktis und Moorea? Oft kommen die selben Wale zu den selben Inseln zurück. Welche Bindung haben sie untereinander? Früher waren sie für den Menschen nur eine leichte Beute. Heute hoffen die meisten Menschen, dass es für ihre Rettung noch nicht zu spät ist.

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