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Meteoriteneinschlag

Die Erde hat schon so manchen Meteoriteneinschlag weggesteckt. Kleinere Brocken verglühten in der Atmosphäre, während große Meteoriten das Gesicht der Erde im Lauf der Geschichte komplett veränderten. Der Geologe Jan Smit ist auf dem Weg zu einer Untersuchung, die ihn weit zurück in die Erdgeschichte führen soll. Wie in einer überdimensionalen Bibliothek lagern im Forschungszentrum Marum der Universität Bremen tausende Bohrkerne vom Grund der Ozeane. Ablagerungen aus allen Erdzeitaltern. Die Sedimente werden bei vier Grad Celsius aufbewahrt, exakt die Temperatur, die auch am Meeresboden herrscht. Aus jeder Sedimentschicht werden Proben entnommen. Wer es versteht, die Zeichen zu deuten, kann in den Bohrkernen lesen wie in einem Buch. Die Kerne werden der Länge nach aufgeschnitten, die Arbeitshälften können aufgebraucht werden, die anderen Hälften werden archiviert. Professor Smit sucht Bohrkern 1049, dieser birgt eine ganz besondere Geschichte. Jeder cm des anderthalb Meter langen Kerns entspricht etwa 1000 Jahren. Bis auf jene grünlich braune Schicht, sie hat sich innerhalb weniger Tage abgelagert. Geologen sprechen von der Grenze zwischen Kreidezeit und Tertiär, der KT Grenze. Vor 65 Millionen Jahren reißt ein Asteroid einen gigantischen Krater in den Erdmantel im Gebiet des heutigen Golf von Mexiko. Der Einschlag verändert das Leben auf der Erde nachhaltig, ein ganzes Zeitalter geht zu Ende. Der Beginn des Neuen liegt diesseits jener geologischen Trennlinie. Der Einschlag trägt auch den Beinamen Dinosaurierkiller, denn oberhalb dieser KT Grenze finden sich keinerlei fossile Spuren der Riesenechsen mehr. Prof. Jan Smit "Diesen Bohrkern haben wir vom Meeresboden vor der Ostküste Floridas geholt. Zu unserer Überraschung fanden wir diese grünliche Sedimentschicht, die zeigt wie gewaltig dieser Einschlag gewesen sein muss, der sich tausend Kilometer weit entfernt ereignet hat. Vor uns liegt die vollständige Geschichte, angefangen von der Zeit 30.000 Jahre vor dem Einschlag, dem Einschlag selbst und der zeit danach." Dass der Einschlag eine globale Katastrophe war, ist längst bekannt. Aber immer sensiblere Messgeräte erlauben den Wissenschaftlern, den Ablauf der Ereignisse auch immer genauer zu rekonstruieren. Auch der Physiker Alan Harris hat großen Respekt vor Meteoriten. Für ihn steht fest: Würde ein Objekt mit einem Durchmesser von über 10 Kilometern aus dem All auf die Erde treffen, hätte das Konsequenzen, die das Gesicht unserer Erde für immer verändern würde. Dr. Alan Harris, Physiker "Die Wahrscheinlichkeit das ein Objekt dieser Größe die Erde trifft ist natürlich außerordentlich gering. Aber sollte es geschehen sind die Auswirkungen wieder die gleichen wie vor 65 Millionen Jahren. Es wäre bei weitem die schlimmste Katastrophe, de die Menschheit je erlebt hat." Die Forscher sehen keinen Anlass für Panik. Innerhalb der nächsten Jahrhunderte rechnen sie nicht mit einem großen Einschlag. Und dennoch, ganz auszuschließen ist es nicht.

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