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Maßgefertigte Schuhe

Der Geruch von Leder in der Luft und Dutzende Schuhe in den Regalen. Wir sind bei Ibrahim Demir, einem Schuhmacher, der sich auf maßgefertigte Schuhe spezialisiert hat. Der Weg zum guten Schuh führt über das Vermessen der Füße, das weiß auch Stammkunde Hans Schmidt. Profil, also Länge, Höhe, Breite und Besonderheiten des Fußes werden notiert und natürlich ein Abdruck genommen. Nur das Zusammenspiel dieser Informationen kann die Grundlage für den perfekten Schuh liefern. Maßgefertigte Schuhe: Ein Luxus, den übrigens vor allem Männer zu schätzen wissen. Ibrahim Demir: "Frauen kaufen sich wesentlich mehr Schuhe. Aber Männer sind eigentlich diejenigen, die mehr für die Qualität oder langfristig hochwertige Schuhe kaufen." Und jetzt geht es Schritt für Schritt. Ein Holzkörper, der sogenannte Leisten, wird so lange abgeschliffen oder mit Kork aufgefüttert, bis er das perfekte Ebenbild des Schmidt'schen Fußes darstellt.Dann kommt die sogenannte Brandsohle, also die innere Sohle, auf den Leisten. Diese wird an den Rändern durchlöchert. Wozu? Das sehen wir später. Denn jetzt geht es erst einmal an den schönen Schein, den sichtbaren Teil des Schuhes, Schaft genannt. Hier ist es das schwarze Kalbsleder, wie Herr Schmidt es bestellt hat. Wenn der Schaft auf den Leisten gezogen ist, muss das Leder sich der Schuhkontur anpassen, also weiten. Das dauert einige Wochen. Imbrahim Demir: "Wenn ich den Schuh jetzt morgen ausleisten würde, der Schuh wird mindestens um einen halben Zentimeter kleiner. Also der Kunde kommt gar nicht mehr in die Schuhe fast rein." Und jetzt kommt das, was Kenner am guten Schuh am meisten schätzen. Nämlich wenn der Rahmen genäht ist. Sie erinnern sich an die Löcher? Ibrahim Demir: "Die Brandsohle wird gerade da wo ich die Löcher gemacht habe, die werden den ganzen Schuh ja zusammen befestigt. Das heißt, die Brandsohle, das Futter, die Kappen, Oberleder und der Rahmen." Über 300 Arbeitsschritte stecken in so einem Schuh, bis einmal der Absatz und die Laufsohle angebracht wird. Bestes Leder, Stärke nach Wunsch - immer aber handgenäht. Das alles hat natürlich seinen Preis. Bei 500 Euro geht es los. Bleibt nur die Frage: Wie kommt zum Schluss das Holz aus dem Schuh. Die ehrliche Antwort: Mit Gewalt. Und so kann nach Wochen des Wartens Herr Schmidt seine neuen Weggefährten in Besitz nehmen. Herr Schmidt, Kunde: "Ja, da habe ich mich lange drauf gefreut. Sehr schön Herr Demir, ausgezeichnet."

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