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Lautlos in der Meerestiefe: Tauch-Weltmeister im Einsatz für die Wissenschaft

Er ist ehemaliger Weltmeister in einer spektakulären und außergewöhnlichen Tauchdisziplin: Frederic Buyle: Ein sogenannter Apnoetaucher der Extraklasse: Apnoetaucher nutzen für ihre Sportart praktisch keine Technik: Ohne Pressluftflaschen tauchen sie im offenen Meer länger als 5 Minuten in Tiefen bis zu 100 Meter und mehr. Dieses ungewöhnliche Können ermöglicht Frederic Buyle Erlebnisse, die sich von den Tauchgängen eines Hobbytauchers elementar unterscheiden. Für ihn ist die Welt der Tiefe seine zweite Heimat: wo normale Menschen sich wie Besucher in einem fremden Universum vorkommen fühlt er sich entspannt und frei. Er wird zu einem Teil der Unterwasserwelt.Aufgrund seiner Erfahrung und seines Könnens darf er an Orten tauchen, an denen für andere Unterwasserbesucher strengstes Tauchverbot gilt. Dieser lautlose Taucher, der keinen störenden Luftblasenschwall ausstößt, ist der ideale Tierbeobachter und arbeitet oft für Meeresbiologen bei Beobachtungen in Naturschutzgebieten. Normalerweise lassen sich scheue Tiere nur mit Futter anlocken aber bei einem Mensch, der sich verhält wie ein Fisch haben sie weniger Scheu. Zu den Nervenkitzeln der besonderen Art gehört sicherlich, ohne Pressluftflaschen in eine Höhle zu tauchen. Allerdings wird auf diese Art und Weise auch nicht die empfindliche Ökologie der Schwämme und Kleinstlebewesen gestört, die diese licht- und luftlosen Orte besiedeln. Die Luftblasen konventioneller Taucher würden an der Höhlendecke Schaden anrichten. Aber nur absolute Profis können einen solchen Tauchgang wagen, denn eine schnelle Rückkehr an die Wasseroberfläche ist hier unmöglich. Frederic Buyle hat Erfahrung mit den verschiedensten Bewohner der Meereswelt: Hier. im Südpazifik, trifft er Taucher, die wie er selbst zu den Säugetieren gehören. Es ist ein Buckelwalkalb mit seiner Mutter, die ihn neugierig beobachten. Das Walbaby zeigt keinerlei Scheu und freut sich, einen Spielpartner gefunden zu haben. Allerdings muss Frederic hier aufpassen, ihm nicht zu nahe zu kommen, denn auch das Walkind hat die Ausmaße eines kleinen Lastwagens. Auch die Robben vor der Küste Mexikos lassen ihn ungewöhnlich nahe kommen ohne sich gestört zu fühlen. Allerdings gehört auch Mut und viel Wissen über das Verhalten der Tiere zu diesen Begegnungen, denn nicht alle Tiere sind so friedfertig wie diese Seebären. Grundsätzlich gilt die Regel: Die Annäherung muss vom Tier ausgehen. Nur dann fühlt es sich sicher und lässt eine Begegnung zu. Jede Spezies hat hier ihre eigene Verhaltensweise aber die Tiere haben selbst auch ausgeprägte individuelle Eigenarten. Es gibt neugierige Individuen und recht selbstbewusste aber natürliche auch scheue. Solange sie nicht angreifen halten sie einen individuellen Sicherheitsabstand ein, den der Mensch beachten sollte. Apnoetauchen ist nicht nur eine außergewöhnliche körperliche Eigenschaft, die viel Training und Selbstbeherrschung verlangt, sondern auch eine Philosophie. Wer auf diese Weise die Unterwasserwelt entdeckt, hat viele Stunden Trainingszeit im Wasser verbracht und verhält sich entsprechend professionell. Respekt gegenüber den Gesetzen der Unterwasserwelt und das genaue Wissen um die eigenen Grenzen sind hier Grundbedingung. Demgegenüber ist es Touristen heutzutage möglich, schon nach einem Schnellkurs in das Reich der Tiefe einzudringen – Tauchunfälle oder Beschädigungen z.B. von Riffen bleiben da nicht aus. Begegnungen in den Tiefen des Meeres sind für Menschen oft spannend, je größer die Tiere sind sogar um so beunruhigender: –Denn gerade hier sind praktisch alle Tiere den Tauchern an Schnelligkeit, Beweglichkeit und Kraft überlegen. Aber weit entfernt von den Märchen, die in Kinofilmen erzählt werden, warten nicht alle Räuber des Meeres nur darauf, endlich einen Menschen zu verschlingen. Auch dieser Weißspitzenhochseehai will Frederic Buyle nicht primär angreifen. Aber er ist neugierig. Er will wissen, mit wem er es zu tun hat. Erst wenn dieser Test dazu führen würde, dass der Mensch sich wie eine Beute verhält, würde er ihn vielleicht auch als Beute behandeln. Aber Frederic Buyle signalisiert mit jeder seiner ruhigen Bewegungen Selbstbewusstsein und Stärke. Blickkontakt mit dem Hai ist dabei eines der wichtigsten Dinge, die ein Taucher beachten muss. Gefährlicher wäre eine Begegnung mit mehreren Haien, da hier ein einzelner Taucher oder Schwimmer nicht alle Tiere im Blickfeld behalten kann. Wenn der Blick des Menschen nicht durch Angst dominiert wird, sieht man, dass diese Tiere ihre eigene Anmut und Schönheit besitzen. Das selbe gilt für den vom Menschen am meisten gefürchteten Jäger der Meere: den weißen Hai. Für Frederic Buyle gilt bei der Begegnung mit ihm das selbe, wie bei all den anderen Tieren unter Wasser: Blickkontakt halten , keine schnellen Bewegungen, Selbstbewusstsein demonstrieren. Aber auch hier hat der Apnoetaucher den Vorteil, dass er in seiner lautlosen Erscheinung für den Hai eher als ein weiterer Raubfisch erscheint. Durch Bilder solcher beeindruckenden Begegnungen können die Missverständnisse und Vorurteile vieler Menschen gegenüber diesen Tieren wahrscheinlich am besten ausgeräumt werden.

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