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Lastenflieger

Die Wettervorhersage ist ungünstig. Trotzdem startet der Pilot Johannes Schöffel die Turbinen des Helikopters. Die österreichischen Alpen sind ihr Einsatzgebiet. Zuständig für fast jede Last mit der zuverlässigen Kraft des Rotors. Die Turbine des Eurocopter leistet 860PS. Wenn der Schnee sich Ende April langsam zurück zieht, beginnt ihre Saison. Anflug auf 2.300 Meter Höhe. Mitten im Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn liegt die Krefelder Hütte. Bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken spielen Schwerlasthubschrauber eine wesentliche Rolle. Der Hüttenwirt bekommt seine Lieferung mit einer Reisegeschwindigkeit von 250 Kilometern in der Stunde direkt vor die Vorratskeller geflogen. Früher wurde alles umständlich mit der Gletscherbahn heraufgebracht. Der Helikopter braucht nur wenige Flugminuten bis hier hinauf. Nach dem punktgenauen Absetzen der bis zu 900 Kilo schweren Last, kann alles direkt eingeräumt und verstaut werden. Michael Rattensberger, Hüttenwirt" Na, es ist zeitlich einfach besser. Das alles vor Ort, rechts und links kann man es hinstellen, wie ihr es gesehen habt. Und das ist schon 3 bis 4 Stunden schneller. So muss man es bis oben transportieren und dann auf die Pisten-Bullis drauf geben, hier wieder abladen und dann alles in den Keller runter. Das ist schon eine große Erleichterung jetzt. " Das Lastenflieger-Team muss weiter. Der nächste Anflug steht schon wieder bevor. Einer von fast 15 - Tausend im Jahr. Die Einsatzzentrale in Ludesch, im österreichischen Vorarlberg. Aufträge annehmen, Flugpläne erstellen. Hier laufen alle Fäden zusammen. In der Hochsaison steuert der Disponent von hier aus vierzig Aufträge am Tag. Bis zu 300 die Woche. Geflogen von insgesamt sieben Teams. Nicht jeder Pilot kann Einsätze mit schweren Außenlasten fliegen. Die Ausbildungsanforderungen sind hoch. Circa 1.000 absolvierte Flugstunden sind die Messlatte. Außerdem benötigt es eine Mischung aus Mut, Fingerspitzengefühl und technischem Verständnis. Lastenhelikopter erfordern eine spezielle Handhabung und eine gute Konstitution der Piloten. Waghalsige Flugmanöver gehören bei den meisten Aufträgen einfach dazu. Die Einsätze zehren an den Kräften der Pilotenteams, vor allem der hohe Druckunterschied hinterlässt seine Spuren: "Man merkt schon, dass man jetzt so circa 25.000 Höhenmeter gemacht hat. Also gerade wenn man so lange Flüge hat, dass sind gut Tausend Höhenmeter hier rauf, das spürt man dann schon, dass man etwas getan hat. " Johannes Schöffel und seine Kollegen haben heute über 19 Tonnen Lebensmittel auf 2.300 Meter Höhe geschafft. Männer und Maschine haben sich ihren Feierabend jetzt redlich verdient.

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