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Kies

Kies zählt zu den wichtigsten Rohstoffen der Welt. Doch die Kiesvorkommen an Land werden knapp. Jetzt haben Großunternehmer eine neue Schatzkammer entdeckt: Die Nordsee. Die "Charlemagne" ist mit über 100 Metern Länge das größte Kiesabbauschiff. Über 10.000 Tonnen kann das Baggerschiff fassen, mehr als 250 Lastwagen. Ein 60 Meter langes Saugrohr aus Stahl wartet auf den Einsatz. Doch zuvor kontrolliert der Chefingenieur den 13 Tonnen schweren Saugkopf, der den Kies vom Meeresboden schlürfen soll. Boudewijn Busser, Chefingenieur: "Das ist wie beim Staubsauger zuhause. Man stellt den Sauger auf den Boden und fängt an zu saugen. Hier legt man den Sauger auf den Meeresboden. Eine Pumpe wird gestartet und der Kies wird eingesogen." 14 Stunden braucht das Schiff um die Sandbank in der Nordsee zu erreichen. Erst jetzt, unter Wasser wird das Saugrohr vollends ausgefahren. In 30 Meter Tiefe erreicht es den Meeresboden und beginnt zu schlürfen. Eine Masse aus Sand, Kies, Pflanzen und Tieren ergießt sich in den riesigen Bunker des Schiffes. Während des Saugvorgangs muss der Steuermann das Schiff in exakten Bahnen lenken. Ein Fehler könnte jetzt schlimme Folgen haben. Walter Wijckmans, Kapitän: "Man muss immer auf die Strömung achten. Wenn man anhält und dagegen steht, hat man statt einem ganzen Rohr schnell zwei halbe und wir haben es halt lieber im Originalzustand. Aber gegen die Strömung, da zerbricht einem das Rohr." Im Schritttempo frisst der Sauger eine zwei Meter tiefe Schneise in den Meeresgrund ungeachtet, dessen, was dort liegt oder lebt. Deshalb ist Kiesabbau auf dem Meer hoch umstritten. Umweltschützer fürchten, dass unzählige Lebewesen dabei ums Leben kommen. An Bord der "Charlemagne" füllt sich langsam der Frachtbunker. Mit jedem Kilo Kies, das der Sauger aufs Schiff pumpt, sinkt der Koloss ein wenig tiefer, bei voller Beladung - ungefähr 10.000 Tonnen - liegt der Frachter fünf Meter tiefer als beim Start. Eine Pumpe saugt das Wasser aus der schlammigen Masse, so passt mehr Kies in den Frachtbunker. Nach drei Stunden ist Schluss. Jetzt gilt es, die Fracht sicher in den Hafen und zu den Kunden zu bringen. Angeblich liegen in den Meeren noch viele Millionen Tonnen Kies. Zukünftig will man diese Rohstoffe noch effizienter abbauen. Auch wenn noch niemand weiß, wie sich der Meeresboden dadurch verändert.

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