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Katar

Die Gasvorkommen haben Katar so grundlegend verändert wie kaum ein anderes Land. Das Emirat, im Osten der arabischen Halbinsel am persischen Golf gelegen, hatte vor 50 Jahren nicht viel mehr als Sand, Steine und ein paar Hütten vorzuweisen. Bis in die 30er Jahre lebten die Kataris fast ausschließlich von der Perlenfischerei. Heute erinnern in der Hauptstadt Doha nur noch ein paar enge Gassen und Souks an die alten Zeiten. Geologisch gesehen haben die Staaten rund um den Golf einfach Glück gehabt, dass sich im Laufe der Erdgeschichte in diesen Regionen Öl und Gas in großen Mengen eingelagert hat. Wirtschaftlich wissen sie es zu nutzen. Heute wetteifert Katar mit Dubai um die architektonisch eindrucksvollsten Bauten. Bauvorschrift ist hier, dass auch die modernsten Hochhäuser arabische Elemente haben müssen. Wo noch vor fünf Jahren ein paar kleinere Wohnhäuser im Wüstenstaub standen, schießen heute Türme aus Beton und Glas in den Himmel. Die Herrscher von Doha wollen mit dem Geld aus der Gasförderung einen modernen Staat aufbauen, der seinen Bürgern kostenlose Bildung und ein funktionierendes Gesundheitssystem anbietet. Die Infrastruktur dazu wird gerade aus dem Boden gestampft. Aus aller Welt will man die besten Mediziner und Wissenschaftler anwerben. Das Land hat sich einem Liberalisierungskurs verschrieben, die Pressezensur wurde abgeschafft und ein Wahlrecht für Frauen eingeführt. Wohl auch mittelbare Folge des neuen Wirtschaftsbooms. Sichtbarster Ausdruck des Geldsegens: Wasser im Überfluss. Denn ein Liter Wasser ist hier teurer als ein Liter Benzin. Kein Wunder, es ist aufwendig entsalztes Meerwasser. Katar zählt zu den trockensten Gebieten auf der Erde. Innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten hat das Erdgas den kleinen Wüstenstaat zu einem der reichsten Länder der Welt gemacht.

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