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Jagd auf große Fische

Ghana, 7 Uhr Früh. Die örtlichen Fischer haben es eilig - sie hoffen auf einen großen Fang. Vor der Küste Ghanas ist der weltweit größte Laichgrund der Thunfische. 30 Barken und Boote, die Netze dicht an dicht. Viele Boote für wenig Fisch. Zweimal werfen sie aus, nichts. Dann wechseln sie den Platz. Und holen ein, das Netz gerade viertel voll. Aber nicht mit Thunfisch oder Seebarsch wie früher. Schoolboys, Schuljungen, nennen sie den Fang. Sardellen, und Jungfische. Josef Amboiyé, Bootseigner " Die großen Trawler kommen herein von hoher See und weil sie es nicht dürfen, meist nachts. Sie fischen alles leer hier und verschwinden. Früher hielten wir Fischer Abstand voneinander. Heute kämpfen wir um das, was übrig bleibt. " Weit draußen lauern, räubern sie. In Rudeln zu fünft oder sechst. Die Schiffe aus China fahren auf hoher See, aber auch illegal in Ghanas Territorialgewässern. Zwecks Tarnung wechseln die Schiffe ständig ihren Namen. Schlimmer noch: Ihre schweren engmaschigen Schleppnetze erfassen alles, was im Meer lebt. Kein Gedanke an Fangquoten, Mindestmaße, Artenschutz. Nur auf wertvollen Fisch haben es die Großfischer abgesehen. Thunfisch, Seebarsch, Seezunge sind begehrt auf den Märkten der Welt. Der große Rest, mehr als die Hälfte des Netzinhalts, wird an Ort und Stelle entsorgt. Krabben, aber vor allem zu kleine Jungfische, fliegen wieder über Bord. Auf hoher See, wo Ghanas uralte Küstenschutzboote nicht hinkommen, wird der Fisch umgeladen. Ein Frachter versorgt die Fangschiffe mit Treibstoff und Proviant und übernimmt die tiefgekühlte, marktfertig verpackte Ladung. Nirgendwo registriert ist die gestohlene Ware. Sie taucht in keiner Statistik auf, kann keinem Gebiet zugeordnet werden.  Sarah Dutlie, Greenpeace "Sie fischen mit verbotenen Netzen und überschreiten die Fangquoten. Der Fisch wird in Afrika gestohlen und dann auf Europas Märkte gebracht." Der spanische Hafen Las Palmas ist ein Tor der Fischräuber zu den Märkten Europas. Voll ist der Schiffsbauch der Hai Feng. Fisch von gleich mehreren illegalen Fangschiffen. Herkunftsland China. Steht auf den Kisten. Auch die Papiere scheinen in Ordnung. Helene Bours, Environmental Justice Foundation "Einmal im Hafen, kann die Herkunft der Fische nicht mehr zurückverfolgt werden. Die schwarze Ware ist dann buchstäblich weiß gewaschen." 400 tausend Tonnen gestohlener Fisch gelangt so jedes Jahr in Europas Restaurants und Supermärkte. Ein Drittel des europäischen Fischverzehrs.

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