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Höchstes Holzhaus der Welt

Das höchste Holzhaus der Welt - sieben Stockwerke, mitten in Berlin. Architekt und Bauherr Tom Kaden hat schon viele Holzhäuser geplant. Hier musste er ganz neue technische Lösungen finden. Holz, Stahl und Beton tragen die Last des Hauses. Damit die Verbindungen passen, wurden schon beim Hersteller millimetergenaue Schlitze ins Holz gefräst. Die Balken dürfen sich nicht biegen, deshalb ist das Holz in Schichten verleimt. Sie gleichen innere Spannungen aus. Genauigkeit ist bei einem Holzhaus das A und O. Der Statiker verlangt, dass stählerne und hölzerne Teile bis auf Drei-Zehntel-Millimeter zueinander passen.Alles im Lot; dafür sorgt vor allem die Vormontage der Holzteile jenseits der Baustelle. Aus einzelnen Brettern werden Brettstapel für Decken und Wände. Eine computergesteuerte Maschine nagelt sie zusammen. Zuletzt werden die Brettstapel mit Gewindestangen verschraubt. Erst fertig montiert sind Wände und Decken einsatzbereit am Bau.Obwohl  für diesen Bau kein Vorbild existiert, wächst er schneller als gewöhnliche Hausbauten, Jede Woche ein neues Stockwerk. Holz ist ein lebendiger Baustoff, der viele Vorteile hat. Er schafft ein behagliches Raumklima, isoliert Wärme und Schall, und  lässt sich zudem besser verarbeiten. Richtig verbaut, hat er die längere Lebensdauer. Wie aber steht es mit der Brandsicherheit? Tom Kaden, Architekt: "Da wir uns hier mit dem Gebäude außerhalb des Berliner Baurechts bewegen, mussten wir zwei Genehmigungen im Einzelfall erzielen: Das erste ist das Verpacken der Holzaußenwände, der Holzstützen mit feuerfesten Platten und die zweite Ausnahmegenehmigung sind die Decken, das ist eine sogenannte Mischkonstruktion: Holz-Beton-Verbund." Bei dieser Mischkonstruktion verbinden Hunderte Schrauben die Holzdecken mit der Stahlarmierung der Betonschicht darüber. Der Verbund aus Stahl, Holz und Beton trägt so gut, dass im Gebäude große Räume ohne Stützpfeiler auskommen.  Zehn Zentimeter dick ist die Betonschicht. Weil Statik und Feuersicherheit von ihrer Qualität abhängen, wird die Betonmasse besonders sorgsam verteilt. Schon nach elf Wochen ist die Rohbauphase abgeschlossen. Das Treppenhaus, hier im Model rot markiert, ist aus Beton und wird als doppelt sicherer Fluchtweg vom Gebäude getrennt.  Auch beim Innenausbau geht Kaden moderne Wege: Durch Fernwärme und den Einsatz regenerativer Energieformen sollen Bewohner dieses Hauses mit 300 Euro Heizkosten jährlich auskommen. Kein Wunder, dass die Interessenten Schlange stehen. Kaden, Architekt: "Wir haben sozusagen eine rege Nachfrage, sowohl von einzelnen Bauherren, die mit Holz bauen wollen, die in dieser Architektursparte bauen wollen. Die explizit in der Stadt bleiben wollen. Wir haben auch Nachfragen von Baugruppen, die also schon als Gruppe existieren, die teilweise schon ein Grundstück haben, die das also teilweise schon ins Kalkül ziehen." Wenn Holz in den Himmel wächst - ein Pilotprojekt, das bald in Serie gehen könnte.

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