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Goldrausch in Costa Rica

Puerto Jimenez, in Costa Rica. Mitte der 80er lebten hier noch mehr als 200 Goldsucher mit ihren Familien. In den goldenen Zeiten haben sie in den Bars und Freudenhäusern hier ihre Gewinne durchgebracht. Heute tauschen die verbliebenen Goldsucher ihre Nuggets vor allem gegen Lebensmittel. Denn die Goldsuche gestaltet sich immer schwieriger. Die Ausbeute ist gering. Wer heute hier noch nach Gold sucht, hat den Absprung verpasst. Wie Sandra und Osefio. Sandra ist die einzige Frau, die hier als Goldwäscherin arbeitet. Eine Familientradition; schon ihre Mutter hat hier als Schürferin gelebt. Harte körperliche Arbeit und das zehn Stunden am Tag. Die Technik ist einfach: Mit bloßen Händen wird der Fluss umgeleitet, das so entstehende Wehr erhöht die Fließgeschwindigkeit, damit ihre selbstgebaute Goldwaschanlage funktionieren kann. "El Grande," der große Fund, von dem alle Schürfer träumen. Auch heute werden sie ihn nicht aus ihren Matten heraus holen. Sandra: "Ich hoffe nicht mehr auf den großen Traum, wenn überhaupt, möchte ich hier weg. Die Regierung sollte uns Geld geben, damit wir woanders neu anfangen könnten. Hier ist das Leben sehr hart. Wir finden jeden Tag weniger Gold und es wird der Tag kommen, da finden wir gar nichts mehr. Und was machen wir dann?" Osefio: "Es wird immer schwieriger, der Boden wird schlammiger und es wird immer schwerer an das Gold heran zu kommen. Im Sommer ist es hier eigentlich ruhig und schön. Aber das Leben ist einfach sehr hart." Und trotzdem stehen die Beiden jeden Morgen im Wasser. Der große Traum ist es einmal so viel zu finden, dass sie irgendwo neu anfangen können. Doch der Alltag ist weniger golden: Durchschnittlich finden die Goldsucher von Jimenez nicht mehr als ein Gramm pro Tag. Und das bringt gerade einmal umgerechnet sieben Euro.

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