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Geschmacksverirrung

Ursprünglich schmeckte dem Menschen, was ihm nützte und gut tat. Unsere Lust auf Salziges zum Beispiel ist eine Reaktion auf das Bedürfnis nach lebensnotwendigen Mineralien. Süße Nahrungsmittel haben einen hohen Nährwert, die reifste Frucht die meisten Vitamine. Daneben hat jeder Mensch spezielle Vorlieben, deren Ursprünge in der Kindheit zu suchen sind. Schon was die Mutter während der Stillperiode isst, hat Einfluss auf die späteren Lieblingsspeisen des Kindes. Also zählt vor allem das Vorbild der Eltern. Die in der Kindheit angeeigneten Essgewohnheiten sind nur schwer wieder abzulegen. Kinder gewöhnen sich schnell an den vereinheitlichten, industriellen Geschmack mit künstlichen Aromen und lehnen natürliche Lebensmittel ab. Doch Fertiggerichte tricksen gar den Körper aus. Was nach Mineralien oder Vitaminen schmeckt, sind eigentlich Fette und Chemikalien. Die Initiative Eurotoc, ein Zusammenschluss von Spitzenköchen und Verbrauchern, will dem entgegen wirken. Eurotoc bietet Geschmacksunterricht für Kinder an. Im Blindtest sollen sie den Unterschied von industriell gefertigten und natürlich zubereiteten Gerichten erschmecken. Die Geschmacksnerven sollen re-sensibilisiert werden. Dringend nötig, denn Labortests zeigen, vor die Wahl gestellt, ziehen fast alle Kinder das Fertiggericht dem natürlichen vor.

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