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Fun Sport - Surfen auf der künstlichen Welle

Wilde Wellen, Extremsport und Gefahr - und das mitten in der Großstadt. Das Citysurfen im Münchner Eisbach ist nur etwas für die ganz Harten, für echte Kerle eben. "Männer sind schon besser. Also, Frauen surfen auch gut, aber die Männer, die machen halt mehr so Tricks." Von wegen. Das lässt Tanja Thaler nicht auf sich sitzen. Seit 10 Jahren surft die Dreiundreißigjährige im Herzen Münchens. Raus aus dem Alltag und rauf auf die Welle. Tanja Thaler, Eisbachsurferin: "Das ist, das ist ein Sport, das ist Freizeit, das ist Runterkommen, also für mich ist es wirklich den Kopf frei kriegen." Freiheit, Schwerelosigkeit, Herausforderung. "Es ist wie eine Sucht" sagt Tanja. Sie arbeitet als Sozialpädagogin, studiert an der Universität, verdient nachts als Türsteherin dazu und zieht ihren Sohn allein groß. Der Tag ist durchgetaktet, aber fürs Surfen bleibt immer Zeit. Tanja Thaler: "Man baut alles andere drum herum. Also ich arbeite viel und ich studier auch wieder, aber also Surfen muss sein." Mitten durch München rauscht der Eisbach. Hier unter der Brücke ist er nur etwa 10 Meter breit. Eingefasst von steilen Betonwänden. Der Reiz am Extremen und die Gefahr surfen hier immer mit. Tanja Thaler: "Es geht. Also Bekanntschaft mit den Steinen macht jeder mal, natürlich passiert ein Unfall, aber die passieren in jeder Sportart." Längst ist die Welle an der Prinzregentenstrasse eine Touristenattraktion und steht in jedem Reiseführer. Seit 35 Jahren bestaunen Besucher aus aller Welt die Münchner Extremsportler.  "Das ist eigentlich ziemlich surreal, dass da 'n Surfspot mitten in der Stadt ist." "Schon mutig, da rein zu springen." Die Stars der Welle nehmen es gelassen. Einige genießen ihr Publikum, andere konzentrieren sich einfach auf den "Flow". Tanja Thaler: "Am Anfang kommst Du dir vor wie so ein Affe im Zoo und irgendwann schaltest du es aber weg, also ich muss auch sagen, ich bin ein Schisser, ich fahr immer nur mit Weste, obwohl ich jetzt schon wirklich kontrolliert falle, und da schau ich nicht auf die Touristen, da schau ich auf die Welle und aufs Brett und die Steine, ist ja nicht ganz ungefährlich." Ob Eis oder Schnee, Regen oder Hitze, die Stadtsurfer kennen kein schlechtes Wetter. Die Sucht nach der Welle überwiegt auch im Winter: Tanja Thaler: "Also ich war auch bei minus 8 Grad drinnen, aber da hat man die Welle für sich, das ist eigentlich ganz schön." Denn was zählt ist das "Eisbach-Gefühl", die Faszination am Surfen in der City und der Spaß am Sport.

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