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Euro - Kaufkräftiges Zahlungsmittel

Touristen aus Europa freuen sich. Ist der Euro stark, der Dollar schwach, lohnt sich eine Reise in die USA. Shoppen, essen, übernachten - der hohe Eurokurs macht die USA als Reiseland attraktiv. Doch nicht für alle ist das positiv. Für ein Exportland wie Deutschland kann ein konstanter hoher Eurokurs gefährlich werden. Airbus zum Beispiel gehört zu den Unternehmen, die unter einem starken Euro leiden. Der Flugzeughersteller produziert im teuren Euroraum. Traditionell aber werden Flugzeuge in Dollar gehandelt. Verluste drohen. Im Februar 2007 beschloss Airbus Power 8, ein Sanierungsprogramm, Tausende Stellen sind in Gefahr. Die Dollarschwäche war einer der Gründe dafür. Unternehmen haben die Möglichkeit, sich gegenüber Kursschwankungen abzusichern. Doch je länger der Dollar schwächelt, desto teurer wird eine solche Absicherung. Manches Unternehmen kann eine anhaltende Dollarschwäche gelassener nehmen: Riesen wie Siemens oder Daimler haben Produktionsstätten in den USA. Je nach Kursschwankungen können sie dort produzieren, wo es für sie günstiger ist. Es gibt aber auch europäische Unternehmen, die von dem Ungleichgewicht schwacher Dollar- starker Euro profitieren. Der Sportartikelhersteller Adidas zum Beispiel: Er lässt in Asien produzieren, bezahlt seine Lieferanten in Dollar. Verkauft wird die Ware mit den drei Streifen aber hauptsächlich im Euroraum. Auch die europäischen Stahlproduzenten ist ein Euro-Höhenflug ein großes Plus: Die Konzerne haben ihre Abnehmer hauptsächlich in Europa, während sie Kokskohle und Erz in Dollarbezahlen. Unterm Strich aber ist es für die europäische Exportwirtschaft verhängnisvoll, wenn der Dollar zu lange dem Euro unterlegen ist. Und während europäische Touristen in den USA auf Schnäppchenjagd gehen können, leidet der Tourismus in Europa. Denn die Amerikaner werden sich überlegen müssen, ob sie sich einen Urlaub in Good Old Europe leisten wollen.

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