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Erste Hilfe für Tiere

Jules ist eine geduldige Patientin. Klaglos lässt sie es zu, dass fremde Menschen ihren Kopf immer schön kreuzweise mit Mullbinden umwickeln. Hier geht es um eine mögliche Biss- oder Schnittverletzung an einem Ohr. Es wird hoch gebunden, das gesunde Ohr muss dabei frei bleiben. Haustierhalter, die so etwas trainieren, können Vierbeinern in Zukunft besser in einem Notfall helfen.  Michael Gervers: "Die meisten Notfälle, das sind wirklich Autounfälle oder Fahrradunfälle auch hier, allein aufgrund der Geschwindigkeit, kann es zum Notfall kommen." In einem Erste-Hilfe-Kurs für Tiere versucht Michael Gervers den Tierbesitzern auch Grundkenntnisse über Krankheiten ihrer Haustiere und das richtige Verhalten beizubringen. Bei der Beatmung wird einiges von den Tierfreunden erwartet. Mund zu Schnauzebeatmung aus hygienischen Gründen mit einem Tuch dazwischen. Beim gesunden Tier wird das im Seminar nur angedeutet. Im Notfall würde jedoch keiner der Teilnehmer zögern. "Bei meinem eigenen definitiv, aber ich denke mal auch beim fremden Hund, wenn ich die Situation richtig erkenne, wäre das kein Problem." Puls fühlen beim Hund. Den muss man erst einmal unter dem Hinterbein finden. Außerdem schlägt das Herz je nach Größe des Hundes unterschiedlich schnell. Augentropfen verabreichen. Auch das gelingt sauber erst nach einiger Übung. So ein Erste-Hilfe-Seminar für Vierbeiner, da sind sich alle einig, ist deshalb enorm wichtig.  "Ich habe einen großen Hund. Er hat sich schon des öfteren Mal an der Pfote verletzt oder einmal auch einen Wespenstich gehabt und da weiß man natürlich immer nicht so genau, was man als erstes machen soll." "Ich hab ja gerade einen Verband angelegt und schon gemerkt, dass das schwierig ist. Also ich glaub, die größte Möglichkeit ist, einfach sich zu überwinden." "Unsere Katze, die hatte Niereninsuffizienz, und bei einer Infusion, da bin ich auch manchmal dabei gewesen." Bei jeder Untersuchung muss der Hund zuerst in die stabile Seitenlage gebracht und dann das Maul zugebunden werden. Denn jedes Tier, das Schmerzen hat, kann plötzlich zuschnappen. Echte Notfälle gehören immer sofort zum Tierarzt. Auch am Wochenende - aber bitte nur Echte. Michael Gervers: "Zum Beispiel eine verletzte Kralle, wo die Kralle abgerissen ist, das blutet sehr sehr stark und der Besitzer ist natürlich stark, massiv in Sorge, weil er denkt, das Tier wird verbluten. Auch das haben wir im Kurs versucht zu vermitteln, das ist kein Notfall. Sie können einen kleinen Verband machen und in Ruhe am nächsten Tag zum Arzt des Vertrauens gehen. Hallo Janka." In seiner Praxis erlebt Michael Gervers jeden Tag, wie wichtig es ist, dass Tierbesitzer ihre Hausgenossen genau beobachten. Hündin Janka hatte Steine in der Blase. Einen halben Becher voll. Jankas Besitzerin bemerkte jedoch, dass etwas nicht stimmt. Wir hatten gedacht, auf eine Blasenentzündung hatten wir getippt, weil sie immer sich hinsetzte und Pischi machen musste und konnte nicht." Mit solchen Verhaltensmustern sind die Teilnehmer des Erste-Hilfe-Seminars nun auch vertraut. Für Seminarhündin Jules bedeutet das: Feierabend. Ihren Job als Notfallpatientin hat sie tapfer erledigt.

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