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Eine runde Sache

An Pipelines werden besondere Ansprüche gestellt: Sie müssen eine lange Lebensdauer haben und möglichst wartungsneutral sein. Daher wird schon bei der Produktion der Röhren auf hohe Qualitätsstandards geachtet. Die Rohre, in denen Öl und Gas über hunderte von Kilometern transportiert werden, bestehen aus einer speziellen Legierung. Stahl mit Niob und Titan zum Beispiel. Die Maschinen, die die bis zu vier cm dicken Stahlplatten formen, müssen gewaltige Kräfte haben. Bis zu 60 Tausend Tonnen biegen Stahl als wäre es ein Grashalm. Mehrere Arbeitsgänge sind nötig, um aus den geraden Platten runde Röhren zu formen. Dabei dürfen die Röhren in der Genauigkeit nur um wenige Zehntel-Millimeter abweichen. In einem Arbeitsschritt werden die Rohre vorgeschweißt, fixiert. Das "Unter-Pulver-Schweißverfahren" verbindet die beiden Platten auf immer und ewig miteinander. Ein mechanischer Expander bringt die fertige Röhre in die endgültige Form - 1.500 Tonnen geballte Kraft. Erst dann überprüfen technische Argusaugen noch einmal alles mittels Ultraschall und Radiographie. Das Rohr ist jetzt aber noch immer nicht fertig: Bei Gasröhren sorgt eine Innenbeschichtung zusätzlich dafür, dass der Inhalt möglichst reibungsarm hindurch gleiten kann. Die Rohre für Offshore-Pipelines, also die, die ins Meer gelegt werden, erhalten von außen noch eine Extrahülle aus Beton. Der Stoff hat zwei Funktionen: Zum einen beschwert er die Rohre und sorgt dafür, dass sie beim Verlegen im Wasser versinken. Zum anderen bildet der Baustoff einen mechanischen Schutz. Schließlich sind die Rohre enormen Widrigkeiten ausgesetzt. Allein im Inneren von Gaspipelines herrscht ein Druck von 200 bar und mehr. Im Fall von Offshore-Pipelines zerren zusätzlich Wellen und gewaltige Strömungen von außen an den langen Leitungen.Weltweit existieren zurzeit etwa drei Millionen Kilometer Pipelines für Gas oder Öl. Und jedes Jahr kommen 25.000 Kilometer dieser Rohre neu dazu.

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