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Eine Reise auf den Berg Sinai - Was bleibt vom heiligen Berg?

Sinai - die ins rote Meer ragende ägyptische Halbinsel ist von einer kargen Landschaft geprägt. Das Sinai-Gebirge ist biblisches Land. Hier liegt der Berg, auf dem Gott Moses die zehn Gebote übergeben haben soll. Moses ist Namensgeber für die Halbinsel: Sinai heißt auf Arabisch: Mosesberg. Auf seinem Gipfel betreibt Yussef Mussasali den wohl am höchsten gelegenen Kiosk Ägyptens. Er kocht Tee und bereitet Erfrischungen zu. Das haben seine Kunden auch nötig, denn auch ein geübter Wanderer braucht rund drei Stunden für die Besteigung des Berges. Yussefs Kiosk ist durchaus rentabel, denn Gläubige aus aller Welt pilgern hierher. Schließlich ist der Mosesberg für alle drei großen Weltreligionen ein heiliger Ort. "Hier oben versammeln sich Christen, Juden und Moslems. Und alle kommen gut miteinander aus. Woher du auch kommst, wenn du hier bist, fühlst du eine große innere Ruhe, Glück und Frieden." Der Blick von dem 2.285 Meter hohen Sinai in die Wüste ist für die Pilger etwas ganz besonderes. Hier soll sich Moses 40 Tage und Nächte gelebt haben, bevor Gott auf dem Gipfel zu ihm sprach. Jeder Schritt in diesem Gebirge führt zu einem weiteren Stück Geschichte. Zum Beispiel am Fuße des Mosesberges: das Katharinenkloster. Die 1.500 Metern über dem Meeresspiegel liegende Anlage hat eine Fläche von 100 Hektar. Das griechisch-orthodoxe Kloster wurde zwischen 548 und 565 nach Christi Geburt gegründet und ist damit eines der ältesten nie zerstörten Klöster der Christenheit. Neben der christlichen Kirche steht eine Moschee - als Symbol der Toleranz. 22 Mönche leben noch heute in dem Kloster. Einer davon ist Bruder Porfirios. Auf seinem Weg zum Gebet kommt er an einem Dornbusch vorbei. Es soll ein Ableger des brennenden Busches sein, aus dem Gott zu Moses sprach.Gebetet wird in der Basilika der Verklärung. Sie ist geschmückt mit Ikonen von unschätzbarem Wert. Viele davon sind über 1.000 Jahre alt. Bruder Porfirios kümmert sich um die Ikonen-Sammlung. Hier sind die 15 wertvollsten Heiligen-Bilder ausgestellt, wie die "Übergabe der 10 Gebote" und "der brennende Dornbusch". Mehr als 2.000 weitere Ikonen lagern in Tresoren. Dazu kommen tausende antiker Handschriften, die in sechs verschiedenen Sprachen verfasst wurden. Sie stehen hier in wohl einer der ältesten erhaltenen christlichen Bibliotheken der Welt. Jährlich pilgern 50.000 Christen, Juden und Muslime zum Katharinenkloster auf dem Sinai. Ein Ort der Begegnung also, ein Ort, an dem die Rivalitäten der großen Religionen der Welt keine Rolle spielen. Sagt man. Ein Ort des Friedens. Des gemeinsamen Glaubens und Erinnerns.

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