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Ein Dorf versinkt

Russlands hoher Norden. Aus der Luft zeigt sich ein seltsames Bild: Sand, sehr viel Sand. Ein ganzer Ort versinkt hier. Shoina: Das ist viel Sand und einige verlorene Holzhäuser. Die Straßen und Wege sind zugeweht. Nur noch seltsame Vehikel sinken nicht im Sand ein, wie dieses umgebaute Motorrad auf LKW Schläuchen. Strom gibt es hier nur wenige Stunden am Tag. Eine Kanalisation ist nicht vorhanden. Die meisten Menschen, die hier leben, haben keine Arbeit. Der Bürgermeister zeigt einige Fotografien aus glücklicheren Zeiten, als die Fischindustrie in Shoina blühte und es hier noch einen Hafen gab. Wladimir Kotkin, Bürgermeister Shoina: "Alles ist hier den Bach herunter gegangen. Und wer nur irgendwie kann, haut ab von hier." Zahllose Wracks und Berge von Schrott, das ist der ehemalige Hafen. Keiner fühlt sich mehr dafür verantwortlich. Als die Schiffe hier noch anlegten, hatte Shoina um die 3.000 Einwohner, heute lebt hier kaum noch jemand. Ganz allmählich versinkt das Dorf im Sand. Bis auf Fensterhöhe hat der Wind die Häuser mit Sand verweht. Warum gerade Shoina im Sand versinkt, dazu gibt es nur Vermutungen. Früher soll es in der Nähe einmal einen Wald gegeben haben. Seitdem dieser abgeholzt ist, hat der Wind freie Bahn. Eine von mehreren Theorien, doch so genau weiß es niemand. Die Orion bringt die Lebensmittel in das Dorf, das knapp 800 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt ist. Wasser, Gemüse, das Nötigste zum Überleben. Entladen wird bei Ebbe, dann kommt der LKW dicht genug ran an das Schiff. Für wenige Tage werden sich die Regale in Shoina füllen. Währenddessen versuchen die Bewohner, die Wege frei zu räumen. Die betagte Planierraupe läuft fast Tag und Nacht. Und dennoch Sand soweit das Auge reicht. Die Bewohner von Shoina haben resigniert. Doch wer heute noch hier lebt, wird bleiben müssen, weil das Geld fehlt, irgendwo anders neu anzufangen. Shoina, ein Dorf stellt sich gegen den Sand. Den Elementen ausgeliefert, vergessen in der Russischen Provinz.

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