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Durstiges Land

35 Grad im Schatten, salzverkrustete Böden. Der Sommer in Namibia gehört zu den trockensten der Welt. Süßwasser ist ein Luxusgut.Vor allem Kinder und Frauen müssen es oft in kilometerweit entfernten Wasserstellen holen. Ob an den Brunnen überhaupt Wasser fließt, ist nicht sicher, denn die Ressource kommt von weit her. Eine stabile Wasserversorgung gibt es in Namibia nicht. Nur der Norden des Landes ist durchzogen von einem fast durchgängig offenen, aber mittlerweile maroden Kanalsystem. Es wird versorgt aus dem stets gefüllten Fluss Kunene im benachbarten Angola. Doch bevor das Wasser in Namibia ankommt, ist der größte Teil verdunstet. Harald Zauter, Geologe"Die Auswirkungen sind zum einen, dass unsauberes Wasser konsumiert wird, zum anderen aber auch, dass zeitweise das Wasser abgestellt wird." Harald Zauter von der Deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe steht der Namibischen Regierung seit zwei Jahren bei der Suche nach Wasservorräten im ganzen Land zur Seite. Im bevölkerungsreichen, aber staubtrockenen Norden zeigt die Karte immer wieder Brunnen, es muss also Grundwasser geben. Mit einem Hubschrauber, an dem eine Sonde befestigt ist, lässt Zauter die ganze Region abfliegen. Von oben sind nur Sand oder Siedlungen zu sehen, doch die Sonde deckt auf, was die Erdkruste verbirgt. Dafür schickt sie elektromagnetische Strahlen in den Boden, die vom Wasser reflektiert werden. Tatsächlich findet die Sonde Wasser. Zauter ordnet eine Bohrung an, um die Sondenergebnisse zu überprüfen. Bis zu 12.000 Euro kostet das mühsame Unternehmen an einem Ort, zu dem keine asphaltierten Straßen führen. Aber in den Köpfen hat sich seit der schweren Dürre vor ein paar Jahren einiges verändert. Die Suche nach sicheren Wasserquellen ist Staatsziel Nummer Eins in Namibia. Nach Stunden endlich Wasser. Aus 60 Metern Tiefe. Noch ist es trüb vom Bohrschlamm und ungenießbar. Doch Harald Zauter kann den Salzgehalt des Wassers schon ungefähr bestimmen. Seine Ergebnisse sind positiv: Eindeutig Süßwasser. Das große Ziel der Wissenschaftler: Ein Wasser-Management-Plan. So könnte man die Wasserressourcen im ganzen Land genauestens planen. "Meine Hoffnung für die Zukunft ist, dass wir das Wasser so nah zu den Menschen bringen können, dass sie die Zeit zum Wasser holen für produktive Dinge nutzen können, damit unsere Enkel nicht mehr so leben müssen wie wir, in einem Land, dass sich nicht weiterentwickelt." Die ersten Schritte sind gemacht, doch Namibia hat noch einen weiten Weg vor sich, bis der Durst im Land gestillt ist.

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