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Die Seevermesser

Sturmwarnung an der Nordsee. Tief Britta setzt dem Meer zu. Hohe Wellen, peitschende Gischt - das ist das Gesicht des Sturmtiefs. Doch auch der Meeresboden bekommt seine Portion ab: Leichte Veränderungen der Topografie sind immer möglich - eine große Gefahr für alle kommenden Schiffe. Denn die Nordsee ist relativ flach. Wenn ein großer Frachter in der Fahrrinne der Elbe beispielsweise nur noch 50 cm Wasser unterm Kiel hat, dann zählt jede kleinste Veränderung des Meeresbodens. Die nördlichen Handelsrouten sind stark befahren. Fünf Vermessungs- und Forschungsschiffe des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie sind deshalb im Dauereinsatz. Ihr Gebiet: Die sogenannte ausschließliche Wirtschaftszone Deutschlands, eine Fläche von 57.000 Quadratkilometern. Wir sind auf der WEGA, dass Forschungsschiff hat 16 Mann Besatzung und 7 Wissenschaftler an Bord. Ihre Aufgabe: Exakte Tiefenmessung. Mittels Sonartechnik und GPS überprüfen die Meervermesser ob sich in den Fahrstraßen neue Untiefen gebildet haben und ob die Fahrrinne überhaupt noch dort liegt, wo sie laut Seekarte sein muss. Meter für Meter tastet das Sonar den Meeresboden ab. Schallwellen unterschiedlicher Frequenz werden in die Tiefe gesendet. Aus dem Muster der Reflektion ergibt sich die genaue Beschaffenheit des Bodens. Modernste Technik stellt sicher, dass auch bei starkem Wellengang Tiefenmessung möglich ist. So bleibt der Crew der Wega kein Geheimnis verborgen. Alle Messdaten beziehen sich auf eine feste Nulllinie. Per GPS wird ständig die Entfernung des Bootes vom sogenannten Seekartennull gemessen und die Tiefenwerte eingespeichert. Die evaluierten Daten werden mit den Seekarten verglichen und diese an die neuen Ergebnisse angepasst. In küstennahen Gebieten wo die Wega aufgrund ihres Tiefgangs aufsetzen würde, übernehmen Peilboote die Vermessung. 7,5 Meter lang und mit derselben Technik ausgestattet liefern auch sie zuverlässig Ergebnisse. Sichere Schifffahrt durch den Einsatz der Vermessungsspezialisten. Containerschiffe und gewaltige Öltanker erreichen aufgrund der aktuellen Seekarten zuverlässig die Häfen dieser Welt.

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