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Die Kapstädter Townships

Kapstadt ist "in" -traumhaftes Panorama und viele Sehenswürdigkeiten, schicke Restaurants und wildes Nachtleben. In der Stadt am Kap boomt der Tourismus. Doch es gibt noch eine andere, eine dunkle Seite von Kapstadt: Die Townships. Die Gegenden der Armen. Der Busbahnhof ist hier der Dreh- und Angelpunkt. Es ist hektisch, die Menschen kommen und gehen. Private Sammeltransporter ersetzen Bus und Bahn. In einen Kleinbus quetschen sich sechzehn Passagiere. Öffentlicher Nahverkehr heißt hier: Mini-Taxi mit maximaler Auslastung. Bulelani Futshane ist hier groß geworden und kennt das Leben in den Townships. Bulelani "Überleben ist das Entscheidende. Überleben in jeder Beziehung. Manchmal gibt es hier kein Brot - nichts zu essen. Das geht natürlich nicht allen so. Auf jeden Fall musst du stark sein. Die äußeren Umstände dürfen nicht deinen Charakter verderben. Überleben bedeutet auch, dass es hier viele illegale Waffen gibt. Viele junge Leute mit Pistolen. Wenn man eine haben will, kriegt man auch eine."Hier ist sein Zuhause. Bulelanis Hütte ist seine Zuflucht, in der er für seinen Schulabschluss gebüffelt hat. Mit Erfolg: Er hat einen Job als Sozialarbeiter. Zurzeit arbeitet er in einem Aids-Projekt für Jugendliche. Bulelani will aufklären - bevor sie sich mit dem Virus infizieren. Denn nirgendwo sonst auf der Welt breitet sich Aids so schnell aus wie in den Town-Ships Südafrikas. Die Musik hilft ihm beim Abschalten. Bulelani kann mit seiner Situation noch zufrieden sein, denn er gehört in seinem Viertel zu den Wohlhabenden. Die meisten seiner Nachbarn wohnen in Baracken, sind arbeitslos und hungern. Vor allem um deren Kinder macht er sich Sorgen. Bulelani "Guckt euch doch an, was die Jugendlichen hier im Township machen können: Zur Schule gehen, dann nach Hause, abwaschen, fern sehen - jeden Tag. Am Wochenende saufen, kiffen, das war's."Nachdem sein eigener Vater früh gestorben ist, wurde Bulelani von seinem Ziehvater großgezogen. Juda hat sich um ihn gekümmert: Er half ihm in der Schule, gab ihm einen Halt. Die Rasta-Frisur soll an die Mähne eines Löwen erinnern. Die ungeschnittenen Haare sind für Rastas Sinnbild für festen Glauben und große Weisheit. Juda "Er war eins von den Kindern draußen. Ich mochte ihn sehr und ich hab immer gesagt: "Aus dir wird mal was"."Bulelani ist zwar stolz auf seine Herkunft, aber die harte Schule der überbevölkerten Townships wünscht er niemandem. Seine Kinder sollen später einmal unter besseren Bedingungen aufwachsen. Bulelani "Ich hoffe, dass ich hier mal wegziehen kann - in eine friedlichere Welt, wo du nur die Vögel zwitschern hörst. Gutes Leben - das wär's. Aber es wird so kommen - ganz sicher."Wie Bulelani hoffen weit über eine Million Menschen in den Townships auf eine bessere Zukunft. Jenseits von arm und reich, schwarz und weiß.

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