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Die innere Uhr

Auch in der Nacht, wenn wir noch schlafen, tickt sie, unsere Innere Uhr. Sie steuert uns, gibt unseren Rhythmus vor. Während wir noch nichtsahnend träumen, weiß sie, dass es gleich Zeit zum Aufstehen ist: Die Körpertemperatur wird erhöht, Hormone werden ausgeschüttet, die die Herzfrequenz beschleunigen und den Blutdruck steigern. Alles als Vorbereitung auf den erhöhten Energieverbrauch beim Aufstehen. Der Organismus wird hochgefahren, Magensäure produziert. Viel Zeit bleibt dem Körper dabei nicht, denn schon eine Stunde später muss er oft bereits Höchstleistungen vollbringen. Wie gut, dass er wenigstens einigermaßen vorbereitet war. Denn erst gegen 10.00 Uhr erreicht das Gehirn seinen Leistungshöhepunkt, es ist jetzt gut durchblutet, Zeit für geistige Höhenflüge. Um 12.00 Uhr beginnt die Mittagspause, die Durchblutung im Gehirn wird heruntergefahren, der Körper stellt sich auf Verdauung ein. Gegen 13.00 Uhr bräuchten Körper und Geist eigentlich eine Erholungspause, auch um das Mittagessen zu verdauen. Um 15.00 Uhr ist die beste Zeit für den Gang zum Zahnarzt, denn jetzt ist der Körper am Schmerz unempfindlichsten, der Körper schüttet vermehrt Endorphine aus. Gegen 16.00 Uhr hat das Gehirn noch mal einen Leistungshöhepunkt. Ab 19.00 Uhr, passend zum Feierabend, ist die beste Zeit für Alkohol. Die Leber baut ihn jetzt am schnellsten wieder ab. Gegen 20.00 Uhr bereitet sich der Körper auf die Nachtruhe vor. So unterliegen viele Vorgänge im Körper einem tageszeitlichen Rhythmus mit Hoch- und Tiefpunkten. Bei Schichtarbeitern ist alles anders. Sie stehen auf, wenn andere ins Bett gehen und schlafen, wenn andere aktiv sind. Ihr Körper muss zu einer Zeit Leistung bringen, zu der er eigentlich auf Ruhe eingestellt ist. Sämtliche Körperfunktionen sind heruntergefahren. Der Magen ist auf Ruhe eingestellt, er produziert kaum Magensäure. Der Herzschlag ist verringert. In der Netzhaut werden neue Sinneszellen gebildet, die noch zu empfindlich sind für helles Licht. Der Körper lässt sich aber austricksen. Woher das Licht kommt, ist letzten Endes egal, nur hell genug muss es sein. Experimente mit stark erhöhter Lichtmenge am Arbeitsplatz haben gezeigt, dass sich Arbeiter wohler fühlten, frischer waren. Sonst regelmäßige Müdigkeitstiefs während der Nachtschicht blieben mit einer hellen Beleuchtung aus. Doch der Trick mit dem Licht muss durchgehalten werden, wenn der Schichtarbeiter an seinem Feierabend, also am Morgen zu viel Licht bekommt, schaltet seine innere Uhr sofort auf Tagbetrieb. Denn das Sonnenlicht eicht die innere Uhr. Mit ihrer Hilfe wird die Uhr jeden Tag von Neuem abgeglichen. Wenn der Organismus eigentlich schlafen soll, ist er dann auf Leistung eingestellt. Bei besonders empfindlichen Menschen kann das zu Appetitlosigkeit bis hin zu depressiven Verstimmungen führen.

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