wissen.de
You voted 3. Total votes: 14
VIDEO

Die Hängenden Gärten der Semiramis

Die Hängenden Gärten der Semiramis, eines der sieben antiken Weltwunder. Hier im Irak wo sie einmal geblüht haben sollen, findet man heute nur noch Ruinen und Schutt. Der Legende nach soll Nebukadnezar, der Herrscher von Babylon, die Gärten seiner Gemahlin, einer Prinzessin aus Persien, geschenkt haben. Er wollte damit ihre Sehnsucht nach den grünen Wäldern der Heimat lindern. Viele Quellen berichten davon, allerdings sind bis heute nur Aufzeichnungen von Schreibern gefunden worden, die das Weltwunder, das angeblich 600 vor Christus erbaut wurde, nie mit eigenen Augen gesehen haben.Der deutsche Archäologe Robert Koldewey ging den Spuren nach. 1899 begann er in Babylon, das im heutigen Irak liegt, zu graben. Er stößt auf einen einmaligen Gewölbebau. Nirgendwo sonst unter den Ruinen der Stadt fand er eine vergleichbare Konstruktion. Koldewey hielt diesen Fund für den Unterbau des antiken Weltwunders.Und so könnte die Konstruktion der Hängenden Gärten ausgesehen haben: Über dem Gewölbe Terrassenanlagen, treppenförmig hochgezogen, jede ein Garten für sich. Bewässert wurden die Gärten mit Flusswasser, zur Versorgung gibt es zwei Theorien: Einige Wissenschaftler vermuten eine spiralförmige Anlage, die das Wasser auf die oberste Terrasse hinauf beförderte. Dagegen spricht allerdings, dass die Transportschraube erst Jahrhunderte später von Archimedes erfunden wurde. Wahrscheinlicher ist die Theorie von einem Brunnenhaus mit einer Aufzugsvorrichtung. Ein Paternoster, der volle Aufzugsbehälter nach oben transportierte. Sie entleerten sich dann am höchsten Punkt. Ähnliche Vorrichtungen setzen die Bauern im Irak noch heute ein. Seit jeher ist das regenarme Land zwischen Euphrat und Tigris von seinen Flüssen abhängig. Schon vor Jahrtausenden haben die Einheimischen deshalb ausgeklügelte Bewässerungssysteme erfunden. Das uralte Prinzip, Pflanzen in bestimmten Intervallen mit Wasser zu versorgen, das beherrschten auch die Architekten in Europa. Hier auf einer Insel im Lago Maggiore gibt es noch einen erhaltenen terassenförmigen Garten. So oder so ähnlich könnten auch die Hängenden Gärten der Semiramis in Babylon ausgesehen haben, wenn es sie wirklich gab.

You voted 3. Total votes: 14