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Deutschland-Safari

Für alle, die schon immer mal auf eine Fotosafari gehen wollten, aber das heiße Klima Afrikas scheuen, gibt es gute Nachrichten.Man kann mittlerweile genauso gut mit dem Jeep die Elbauen Deutschlands durchqueren, auch ein Biosphärenreservat. Man sieht halt nur keine Giraffen. Dafür viele andere Tiere, verrät uns Naturschützer Peter Neuhäuser: Dr. Peter Neuhäuser, Zoologe und Naturschützer: "Ja, wir haben hier natürlich an der Elbe sozusagen Deutschlands Big Five. Also während die in Afrika von Geparden, Löwen und Nashörnern viel mehr reden, reden wir eben von Biber, Otter, Storch, Kranich und Adler. Also das sind unsere Big Five sozusagen. Die Seeadler brüten eigentlich gleich hinter uns." Um eines gleich mal vorweg zu sagen: Die Seeadler sind zwar mächtig groß, aber auch sehr wendig und extrem publicityscheu. Uns war es nicht möglich, sie richtig in Szene zu setzen. Vorbildlich langsam bewegen sich dagegen die Auerochsen, was vielleicht damit zusammen hängt, dass sie längst ausgestorben sind. Trotzdem stehen diese Nachzüchtungen hier herum, sind ganz brav und dabei Wildrinder. Und heißen alle Ochsen obwohl ja auch Kühe dabei sind. Diese Wildtiere sind nur einige von den vielen Naturwundern hier am Mittellauf der Elbe. Zwischen Magdeburg und Tangermünde, die letzte unberührte Stromlandschaft in ganz Europa. Rastplatz der Zugvögel, Überschwemmungsgebiet, Wildreservat. Die UNESCO hat das alles unter besonderen Schutz gestellt. Die abgegraste Weide erzählt von einem anderen Tier, das hier wild an der Elbe lebt. Der erfahrene Biss-Spurensucher erkennt sofort das Werk von Pferdezähnen, die diesen kleinen Rackern gehören. Es sind Rückzüchtungen der ausgestorbenen Tarpane. Also eurasischer Wildpferde, die hier quasi als Gärtner beschäftigt werden. Sie sollen Stück für Stück die Flussauen wieder so zurechtbeißen, wie sie früher einmal waren. Dr. Peter Neuhäuser "Diese Pferde sollen genauso wie die Auerochsen hier diese Landschaft an der Elbe gestalten. Das heißt sie sollen quasi natürliche Landschaftspflegeleistungen erbringen, zunächst mal, indem sie ganz profan das Gras abfressen, natürlich auch die Gehölzstrukturen verbeißen insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, wenn wir dann kein Grausaufwuchs mehr haben, und dadurch schaffen sie ein ganz spezifisches Landschaftsmosaik. Eigentlich ja eine Wild oder Naturlandschaft, die es eigentlich in früheren Jahrtausenden so in Mitteleuropa gegeben hat. Wir hatten ja hier in Mitteleuropa auch Waldelefanten, wir hatten Wollnashörner und vieles mehr. Das ist leider sehr stark in Vergessenheit geraten." Auch wenn heute von Nashörnern und Elefanten an der Elbe nichts mehr zu sehen ist, Fotomotive für eine Safari gibt es hier jede Menge.

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