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Der Weiße Hai

Er ist der größte und zugleich der gefürchtetste Raubfisch der Erde: der Weiße Hai. Allein sein Name verbreitet Angst und Schrecken. Er ist in allen Ozeanen der Welt verbreitet und sogar bis ins Mittelmeer eingewandert. Auch wenn er bereits vom Aussterben bedroht ist, sehen ihn viele Menschen noch immer als gefährliche, menschenfressende Bestie, die weltweit vor den Stränden lauert. Die Wissenschaft weiß wenig über den größten Raubfisch der Erde. In Gefangenschaft wurde noch nie ein Weißer Hai gehalten oder geboren. Im Pazifik, vor der mexikanischen „Isla Guadalupe“ beobachten, katalogisieren und markieren Wissenschaftler die knapp hundert Weißen Haie, die hier ihr Jagdrevier haben. In diesem abgelegenen und speziell geschützten Gebiet sind die Meeresbiologen neben einem Dutzend einheimischer Fischer die einzigen Menschen. Wollen die Forscher mehr über die Haie erfahren, müssen sie diese an der Oberfläche beobachten oder sie mit modernen Peilsendern ausstatten – um ihnen auf ihrem Weg in die Tiefen der Meere folgen zu können. Um das Verhalte der Haie zu untersuchen, lockt hier ein Taucher den Raubfisch an. Haie sind nicht die gierigen Monster, die sich sofort auf alles stürzen, was sich im Wasser bewegt. Sie spähen erst ihre mögliche Beute aus und versuchen abzuschätzen, ob sich ein Angriff lohnt. Wenn das Tier nicht mit Ködern und Blut angelockt wird, zeigt der Hai ein ruhiges Verhalten. Nicht viele Taucher trauen sich ohne Käfig in die Nähe der Tiere, wobei allerdings das Metall eines Käfigs im Verdacht steht, aufgrund von elektrischen Strömen das Tier zu irritieren. Für die Forscher gibt es noch viele ungelöste Rätsel: Wann und wo paaren sich die Tiere? Wo bringen sie ihre Junge zur Welt? Wie kann der Mensch helfen, dass dieses prächtige Tier nicht ausgerottet wird? Diese und noch viele andere Fragen blieben bisher unbeantwortet. Um die Geheimnisse des Großen Weißen Hais zu lüften, wollen Forscher von einem Boot aus einen Sender am Rücken eines Tieres verankern. Solche Empfänger werden dann im Wasser angebracht und registrieren die Annäherung der Haie. Die Sender halten in der extrem harten Haut der Tiere nur, wenn die Widerhaken fest verankert sind. Dazu wollen diese Taucher eine Harpune benutzen. Hat der Schuss nicht genug Durchschlagskraft, prallt die Harpunenspitze einfach von der Haut ab. Die Taucher wissen, was der Jäger hier sucht: seine Lieblingsnahrung: Robben, genauer: See-Elefanten und Seebären. Das Fett der riesigen See-Elefanten kann die schwangeren Haiweibchen ideal ernähren. Hier sieht man allerdings einen Seebär, der keinerlei Angst vor dem Hai zu haben scheint: er schwimmt direkt in seiner Nähe und scheint ihn herausfordern zu wollen. Im direkten Vergleich ist ein Seebär wendiger und schneller als der Hai, doch dieser Hai befindet sich nicht auf der Jagd: Vom Jagdverhalten des Weißen Hais ist bekannt, dass er sich unter seiner Beute positioniert und ihr Verhalten ausspäht. Hält er die Situation für lohnenswert, greift er blitzschnell an. Die Beute bemerkt seinen Angriff erst, wenn es zu spät ist. Die Untersuchung der Haie mit Hilfe von Sendern hat erstaunliche Erkenntnisse gebracht. Weiße Haie legen zum Teil sehr große Strecken zurück. Ein Hai, der vor Australien geortet wurde, fand sich fünf Monate später in Südafrika. Auf diesen Wanderungen werden dabei bis zu 11.000 km zurückgelegt. Forscher hoffen, mit den gewonnenen Daten effektiv Schutzgebiete definieren zu können. Haie sind ein wichtiger Faktor im ökologischen Gleichgewicht. Hier vor der mexikanischen Küste stehen die Tiere unter strengem Schutz: die Marine wacht über das Gebiet: Jäger und Gejagte sollen wieder zu einem natürlichen Gleichgewicht zurückfinden.

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