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Der traditionelle "Dreschtag" in Valparaiso - eine Tradition und Touristenattraktion in Chile

An der chilenischen Pazifik-Küste erstreckt sich ein gigantisches Panorama. Die Temperaturen sind dank der Meereslage frisch und angenehm. Das mediterrane Klima reicht bis in das "Olmui-Tal" hinein. Im kleinen Dorf Maki ist heute ein ganz besonderer Tag. Die Bewohner versammeln sich auf einem zentralen Platz. Hier tragen sie die gesamte Ernte des Dorfes zusammen. Christian Ponze ist einer von ihnen und er kennt den Ablauf des alljährlichen "Dreschtages" ganz genau. Christian Ponze "Hier trifft sich nachher das ganze Dorf - alle kommen. Wir trennen die Spreu vom Weizen und der Wind, der weht die Spreu dann einfach weg. Das machen wir schon immer so."Folklore liegt in der Luft. Vor allem als die Reiter auftreten.Traditionsgemäß treiben Christian und die anderen Männer Pferde über die Getreide-Haufen. Ihre Hufe zermalmen die Ehren und die Körner fallen heraus. Die Stimmung rundherum. Ein Volksfest. Immer wieder wird das Getreide umgeschichtet, damit die Pferde auch wirklich alles erwischen. So geht das den ganzen Tag lang. Nach getaner Arbeit begibt sich Christian Ponze auf den Heimweg. Auf seinem Hof geht die Feier im kleinen Kreise weiter. "Gesang" Freunde warten schon auf ihn und vor allem auch auf die Empanadas - gefüllte Teigtaschen. Christian liebt diese Empanadas - und vor allem, wenn seine Frau Vivian sie für ihn macht. Am Liebsten mag er sie schön scharf - gefüllt mit Lammfleisch, Eiern und Oliven. Als sie fertig gefüllt sind, kommen die dreieckigen Teigtaschen in den Ofen. Die gesamte Familie ist hier geboren: Christian, seine Frau und sogar schon Großtante Margarita. Seit 43 Jahren lebt Christian nun schon im Olmui-Tal. Und weiter als bis zur nächsten großen Stadt Valparaiso ist er noch nie gekommen. Familie Ponze lebt offenbar glücklich und zufrieden auf ihrem kleinen Stück Land, das sie mit Avocado- und Limetten-Bäumen bepflanzt hat. Christian Ponze "Ich liebe dieses Leben. Ich bin frei - mein eigener Herr. In der Stadt zu leben, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen - niemals."Recht hat er. Denn sobald man das friedliche Olmui-Tal hinter sich lässt, wo Zeitdruck und ständiger Drang noch nicht angekommen sind, fängt man es schon wieder an zu vermissen.

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