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Der Safranbauer

Das Gewürz "Safran" wird aus dem gleichnamigen Herbstkrokus gewonnen. Der Name leitet sich vom Persischen Zafaran ab, was "sei gelb" bedeutet. Damit werden sowohl die Färbekraft des Gewürzes als auch seine arabischen Wurzeln deutlich. In Europa ist Spanien das Safranland. Allerdings gibt es heute hier kaum noch Bauern oder Azafraneros. Vicente Lozano, Safranbauer: "Ich bin der letzte Azafranero, der letzte. Genau wie John Wayne der letzte Pistolero war, so bin ich der letzte Azafranero." In der einstigen Safran-Hochburg La Mancha ist es ruhig geworden. Die Jugend verlässt das Land und zieht in die Städte. Man lernt andere Berufe, der Safrananbau als Familientradition ist unattraktiv geworden. Hinzu kommt: die Globalisierung führt immer mehr zum Preisverfall. Pedro Guerrero Munos, Safranexporteur: "Das Problem ist die Arbeitskraft, in den entwickelten Ländern ist das Pflücken schwierig, es ist eine sehr undankbare Arbeit, es ist kalt, dauert lange, man verdient nichts, das macht den Safran dann so teuer, dass er nicht rentabel ist. Deswegen werden wir mit dem Safran in die armen Länder gehen." Noch sieht man in Spanien vereinzelt Felder, auf denen im Herbst das Gewürz geerntet wird. Hier ist noch immer alles Handarbeit, bei Wind, Kälte und manchmal auch Regen. Zwei Wochen intensive Arbeit, für ein kleines finanzielles Zubrot. Denn der Markt wird längst von billigen Safransorten bestimmt, vor allem aus dem Iran. In La Mancha liegt Safran heute irgendwo zwischen Erinnerung und Folklore. Dazu passt, dass es ein Safran-Museum gibt. Ein Versuch gegen das Vergessen. Aber zumindest Vicente Lozano gibt dem Safran eine Zukunft in Spanien - als einer der letzten Azafraneros.

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