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Der Panamakanal

Der Panamakanal. Er gehört zu den bedeutendsten Wasserstraßen der Erde. Der Kanal verkürzt den Weg von Europa an die Westküste der USA um 20.000 Kilometer. Und er erspart den Seeleuten das gefährliche Kap Horn an der Spitze Südamerikas. 80 Kilometer lang ist die Strecke, vom Atlantik in den Pazifik. Auch das deutsche Frachtschiff "America" wartet auf die Durchfahrt durch den Kanal. Kapitän Glösemeier steht zwar selbst auf der Brücke, die Kommandos aber gibt der einheimische Lotse. Denn in schwierigen Gewässern besteht Lotsenpflicht, der Panamakanal gehört dazu. Aus gutem Grund: Roberto Grant, Lotse "Wenn man im Kanal von heftigem Regen überrascht wird, dann sieht man fast nichts mehr, das ist gerade jetzt in der Regenzeit gefährlich. In der Trockenzeit haben wir es dafür oft mit heftigen Seitenwinden zu tun, das sind die kritischen Momente." Die "America" erreicht die Pazifikschleuse, jetzt beginnt die kritische Phase der Durchfahrt. Der schwere Frachter muss exakt auf Kurs bleiben, um in die schmalen Schleusenkammern sicher einzufahren. Bei diesen Manövern ist Augenmass und Erfahrung gefragt. Die Größe der Schiffe orientiert sich längst an der Größe des Kanals und seiner Schleusenkammer: 294 Meter lang, 32 Meter breit, 12 Meter tief, dass sind die maximalen Ausmaße, die eine eigene Schiffsklasse definieren. Die Panamax-Schiffe. Kleine, wendige Schlepper ziehen, schieben die Kolosse mit schweren stählernen Schleppseilen. Zusätzlich werden die Containergiganten von mächtigen 1000 PS Lokomotiven in die Schleusen geschleppt. Diese sogenannten "Mulas sind schon fast 100 Jahre im Dienst. Bei der Größe bleibt den Schiffen links und rechts noch 30 cm Platz in der Schleuse. Echte Millimeterarbeit. Drei Schleusenkammern sind nötig um vom Pazifik aus die Höhe der Fahrrinne zu erreichen. Durch den gegrabenen Kanal und über den Gatunsee geht es über drei Stufen wieder nach unten zum Atlantik. Die Atlantikschleuse wird noch komplett von Hand gesteuert, so wie vor 100 Jahren. 750 Tonnen wiegt ein Schleusentor, von 1500 Elektromotoren werden sie bewegt, zentral per Handgriff werden auch die 70 Ventile für das ein- und ausströmende Wasser gesteuert. Das mechanische Bedienpult zeigt die Schleuse im Modell, grafische Benutzeroberfläche aus Urgroßvaters Zeiten. Die "America" und Kapitän Glösemeier fahren nun in den Atlantik. Vielen Ozeanriesen aber bleibt die Durchfahrt verwehrt, der Panamakanal ist zu klein geworden, die neuen Superfrachter und Kreuzfahrtschiffe passen längst nicht mehr durch die Schleusen. Doch das soll anders werden, fast 100 Jahre nach seiner Öffnung wird der Panamakanal jetzt erweitert und vertieft. 2014 soll das gigantische Bauprojekt beendet sein.

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