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Der letzte Corailleur von Korsika

Korsika: eine der eindrucksvollsten Mittelmeerinseln und ein beliebtes Urlaubsziel. Ihre schroffe Landschaft lockt mit Steilküsten und herrlichen, zum Teil gut versteckten Buchten. Doch auch unter der Meeresoberfläche ist Korsika reich an Naturschätzen, die allerdings streng geschützt sind. Jean Philippe Giordano ist einer der letzten Corailleure. Er sucht Korallen und verarbeitet sie. Die Rote Koralle - auch Edelkoralle genannt - ist im Gebiet um Korsika streng geschützt. Als begehrter Schmuck seit Jahrtausenden geschätzt, sind die Bestände dramatisch zurückgegangen. Der Beruf des Corailleures ist gefährlich. Um die rote Koralle zu finden, muss er oft bis in Tiefen von 50 Metern und mehr vordringen. Wenn er besonderes Glück hat, findet er zeitig eine große Kolonie der Korallen und braucht seinen Luftvorrat nicht bei der Suche zu vergeuden. Jean Philippe Giordano weiß, wo er die Korallen suchen muss. Sie leben gut versteckt unter felsigen Überhängen. Die winzigen Polypen, die in den roten Kalkskeletten leben, benötigen kein Licht zum Wachstum, denn sie filtern sich ihre Nahrung aus dem Wasser. Er sucht nach Korallenstöcken, die ihm durch ihre Größe und Form die Möglichkeit geben, ein attraktives Schmuckstück daraus zu formen. Gleichzeitig muss er nachhaltig arbeiten und die Bestände nicht zu sehr ausdünnen. Der Rückgang der Korallenbestände liegt allerdings nicht nur an den Sammlern und Freizeittauchern: Auch die zunehmende Verschmutzung des Meeres macht den Korallen das Leben schwer. Bei aller Konzentration bei der Suche nach schönen Korallen darf der Corailleure die Gefahren der Tiefe nicht vergessen: Denn bei Gefahr wie technischen Störungen oder körperlichen Problemen kann er – bei dieser Tiefe - nicht sofort auftauchen, sondern muss Pausen einlegen, da er sonst sein Leben riskiert. Geschafft! Eine wertvolle Ladung Korallen erreicht die Oberfläche. Unbearbeitet sehen sie eher unscheinbar aus. Aber der Corailleur wird aus jedem Ast ein individuelles Schmuckstück herausarbeiten. Bis heute kommen die schönsten Korallen für Schmuckzwecke immer noch aus dem Mittelmeer.Die leuchtende Farbe und die Härte dieser Korallenart machen sie für Schmuckhersteller so ideal. Im Laden von Jean Philippe Giordano in Bonifacio finden die Besucher alle Größen und Formen von Korallenschmuck, garantiert echt und keine nachgefärbten Importe. Der Sage nach entstanden die Korallen aus den Blutspritzern der Medusa, als Perseus ihr den Kopf abschlug. Korallen und Korallenschmuck wurden schon in der Antike für Amulette verwendet– auch heute noch ist so mancher Aberglaube in Bezug auf die Wirkung von Korallen verbreitet. Aber am schönsten wirkt das Rot der Koralle immer noch in ihrer Heimat: dem Blau des Meeres.

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