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Der Fluss Mekong

Der viereinhalbtausend Kilometer lange Fluss Mekong ist die Lebensader des kontinentalen Südostasiens. Die Menschen hier leben von dem, was der Fluss ihnen bietet. Zwar gehört er mit 1.300 Fischarten zu den fünf artenreichsten Flüssen der Welt, doch so fischreich wie früher ist er schon lange nicht mehr. Lange gehörten auch Riesenfische zu seinen Bewohnern und besonders bedroht ist heute der Riesenwels mit einer Länge von drei Metern und einem Gewicht von bis zu dreihundert Kilo.Und dieser Mann ist auf der Suche nach ihm: "Tachfanara" - von Beruf Biologe und Tierschützer aus Leidenschaft. Er kommt im Auftrag einer Umweltorganisation hier her. Wegen der Überfischung ist der Riesenwels ist vom Aussterben bedroht. Das ist hart für die Menschen hier - Denn ein einziges dieser Exemplare könnte ein ganzes Dorf eine Woche lang ernähren. Für eine Langzeitstudie dokumentiert Tachfanara jede Fischart, die es im Mekong noch gibt. Bei dem Fischer Jum (gespr.: Dschum) Sa Rom fragt er nach dem Königsfisch Riesenwels."Haben sie in diesem Jahr Mekong-Riesenwelse gefangen?""Ja, einen.""War er groß?""Fast drei Meter.""Haben sie Fotos gemacht?""Klar.""Kann ich sie sehen?" "Oh, so riesig, sehr groß!"Für Generationen war der Fang eines Riesenwelses der Stolz eines jeden Fischers. Dass dies nun verboten ist, macht es Jum Sa Rom schwer, überhaupt noch seinen Lebensunterhalt verdienen zu können."Ich habe keinen anderen Beruf. Seit jeher haben wir uns nur vom Fischfang ernährt. Was sollen wir anderes machen? Ich habe kein Ackerland. Ich kann keinen Reis anbauen."Das Leid der Fischer und den Schutz der Fische abzuwägen, das ist der Arbeit und der täglich Konflikt von Tachfanara Auf seinem Weg Richtung Norden trifft Tachfanara auf einen Mann, der mit kleinen Netzen, aber auch mit Harpunen Fische fängt. Auch diesen fragt er nach seinen Lebensbedingungen und will von ihm wissen, ob er die Fische, die er fängt, selber isst oder verkauft. Außerdem fragt er ihn nach Delfinen. Denn auch sie sind fast gänzlich ausgestorben. Der Fischer kann ihm helfen: Er berichtet, dass er drüben an der Landzunge zwei Delfine gesehen hat.Auch Delfine sind im Mekong inzwischen eine Seltenheit. Delfine werden nicht absichtlich getötet, aber sie verfangen sich des Öfteren in Netzen. Oder müssen verhungern. Denn es wird für sie immer schwieriger im Mekong Nahrung zu finden, weil der Fluss so leer gefischt ist.Einst schwammen tausende von Delfinen im trüben Wasser des Mekong. Schätzungen von Experten zu Folge ist ihr Bestand inzwischen auf gerade mal noch hundert geschrumpft. Tach Phanara hofft, dass er noch Mitstreiter findet um den Fluss und seine Fische zu retten.

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